Stendal l Trotz der Lockerungen in der Corona-Krise gelten weiter die strengen Hygieneauflagen und Abstandsregelungen. Nur so könnten die geringen Fallzahlen gehalten werden, betont das Gesundheitsamt des Landkreises Stendal. Dennoch ist man in der Behörde zuversichtlich, wobei die Auswertung des langen Pfingstwochenende noch bevorsteht.

Höchstgrenze zu keiner Zeit erreicht

Die beschlossenen Lockerungen erfolgten unter Vorbehalt, das heißt, dass sich die Zahl der positiv auf Covid19 getesteten Personen unter 50 pro 100.000 Einwohner in einer Woche bleiben muss. Für den Landkreis Stendal sei diese Höchstgrenze bislang zu keiner Zeit erreich5t worden.

Sollte es jedoch noch zu einem Ausbruch im Landkreis kommen, müsste das Gesundheitsamt reagieren und Lockerungsbestimmungen zurücknehmen, wie beispielsweise in der Gastronomie. Als einen Erfolg für die doch geringen Corona-Fallzahlen wertet Amtsärztin Dr. Iris Schubert die flächendeckenden Tests und vor allen die Verfolgung der Infektionsketten.

Mehr als 1.500 Corona-Tests

In der Zeit vom 25. März bis vor Pfingsten hat das mobile Abstrichteam im Auftrag des Stendaler Gesundheitsamtes insgesamt 511 Coronatests vorgenommen. Wie die Pressestelle auf Volksstimme-Nachfrage weiter mitteilt, „ergibt das durchschnittlich 57 Tests pro Woche“. Von den 511 Tests seien 58 als positiv bewertet worden. Getestet wurden überwiegend Personen mit Symptomen wie Husten, Atemwegsprobleme und Fieber.

Für Patienten mit solchen Symptomen ist auch das Stendaler Fieberzentrum zuständig. In der Spezialambulanz in der Ladenzeile des Roland-Ärztehauses im Wohngebiet Stadtsee sind nach Auskunft des leitenden Arztes Jörg Böhme bislang etwa 1000 Tests durchgeführt worden. Wieviel genau positiv gewesen sind, könne er nicht sagen; die Auswertung erfolgt über die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt (KVSA) frühestens Ende Sommer. Der Mediziner rechnet jedoch mit etwas mehr als 40 Infizierten. Die Zahl der Tests von niedergelassenen Ärzten liegt weder im Gesundheitsamt vor noch konnte dazu die KVSA eine konkrete Auskunft geben.

Nachtests in Havelberg

Mit dem Rückgang der Infektionszahlen werden alle in Quarantäne befindlichen Personen am Ende der Isolierung getestet. Ein weiterer Schwerpunkt seien sogenannte Kohorten wie Stationen im Krankenhaus, Wohnbereiche im Altenpflegeheim samt des dort tätigen Personals, wenn dort ein Covid19-Fall auftritt.

In den zurückliegenden Tagen seien es stets unter zehn Abstriche pro Tag gewesen. Derzeit befinden sich noch zehn Personen im Landkreis Stendal in Quarantäne.

Infektionskette nicht nachvollziehbar

Der 107. und damit bislang letzte Corona-Fall im Landkreis Stendal wurde am 19. Mai in Havelberg registriert. Er erwies sich als schwach positiv, es erfolgte ein Nachtest bei der Frau und ein Test bei ihrem Ehemann. „Es ergab sich bei beiden ein negatives Ergebnis“, teilte die Amtsärztin Dr. Iris Schubert mit, die im Nachgang feststellte: „Eine mögliche Infektionskette ist nicht nachvollziehbar.“