Arneburg l Die Firma Mercer Stendal, besser bekannt als Zellstoffwerk in Arneburg, hat jetzt 22 000 Mundschutzmasken aus dem Lagerbestand des Werkes als Spende an die Kassenärztliche Vereinigung des Landes Sachsen-Anhalt (KVSA) übergeben. Dies bestätigte Sprecherin Sabine Schrader auf Volksstimme-Nachfrage.

Nicht selbst hergestellt

Es handele sich dabei um Mundschutze, die das Unternehmen als Vorrat schon vor Jahren für bestimmte Infektionsszenarien angeschafft hatte. „Die haben wir nicht selber hergestellt“, sagt Schrader, um Mißverständnissen vorzubeugen.

„Wir können die Mundschutze gut gebrauchen“, bestätigt KV-Geschäftsführer Mathias Tronnier. Es gebe landesweit 4300 Ärzte, die auf die Lieferung von Schutzmaterial warten. Dazu kommen noch etliche Physiotherapien, die auch von der KV versorgt werden sollen. Es seien vom Bund Materialen angekündigt worden, doch diese würden derzeit „nur kleckerhaft“ in Sachsen-Anhalt ankommen so der Geschäftsführer. So seien in der vergangenen Woche 14 000 Schutzmasken geliefert worden. Der errechnete Bedarf liege aber bei 400.000 Masken im Monat.

Auslieferung bis Ende der Woche

Bisher sei es nicht üblich gewesen, dass die Kassenärztliche Vereinigung Spenden erhalten habe. Doch neben Mercer habe es zuletzt auch weitere Spender geben. Spätestens Ende der Woche sollen die Materialen ausgeliefert werden, sagt Mathias Tronnier. Bei der Vielzahl der Ärzte könnten nicht alle gleichzeitig bedient werden, man müsse schauen, wie man das gut und sinnvoll verteilt bekomme, so der Geschäftsführer.

Die Produktion bei Mercer Stendal, wo 460 Mitarbeiter beschäftigt sind, läuft unter verschiedenen Schutzmaßnahmen weiter, wie Sprecherin Sabine Schrader bestätigt. Es gebe eine verstärkte Nachfrage der Kunden. Das Werk in Arneburg hat 2019 insgesamt 657.000 Tonnen Zellstoff hergestellt, das unter anderem für die Produktion von Hygieneartikeln verwendet wird. Insbesondere auch der kuriose hohe Absatz an Klopapier mache sich deutlich bemerkbar. Auch das Geschäft mit China laufe wieder, nachdem die Logistikkette unterbrochen war, so Schrader.