Stendal l Für Besucher ist das Stendaler Johanniter-Krankenhaus dicht. So einfach mal eine Tasche mit frischgewaschenem Schlafanzug, Unterwäsche und Zeitschriften beim Besuch mitzubringen, geht derzeit also nicht. „Sachen wie frische Wäsche oder Lektüre für die Patienten können die Angehörigen an der Rezeption abgeben. Die Sachen werden dann zu den Patienten gebracht“, sagte Krankenhaus-Sprecherin Claudia Klupsch am Donnerstag auf Nachfrage.

Um zu gewährleisten, dass keine krankenhausfremden Personen dieser Tage das Klinikum betreten, sei ein Sicherheitsunternehmen beauftragt worden. Und: „Ausnahmefälle vom generellen Besuchsverbot müssen abgesprochen werden, etwa für kritisch Kranke“, informierte Claudia Klupsch.

Weitere Maßnahmen, die zum Schutz von Patienten und Mitarbeitern getroffen worden sind: Das Klinik-Café ist für auswärtige Besucher geschlossen. Taxifahrer und Begleitpersonen von ambulanten Patienten werden am Haupteingang in Empfang genommen und darum gebeten, im Foyer zu warten.

Väter dürfen in Kreißsaal

Und wie sieht es mit werdenden Vätern aus? „Unter bestimmten Voraussetzungen dürfen sie weiterhin zur Entbindung mit in den Kreißsaal“, erklärt die Krankenhaus-Sprecherin, denn auch für die Frauen- und Kinderklinik in der Bahnhofstraße gelte ansonsten das generelle Besuchsverbot. Die Voraussetzungen sind:

• Begleitpersonen müssen vorab einen Fragebogen zum eigenen Gesundheitszustand ausfüllen.

• Sie werden mit einem Mundschutz ausgestattet und müssen sich einer strengen Händedesinfektion unterziehen.

• Zu den Hebammen muss ein Abstand von 1,50 Metern eingehalten werden.

• Während der Geburt darf der Kreißsaal nicht verlassen werden.

• Bei einem Kaiserschnitt ist keine Begleitung erlaubt.

• Mutter und Kind dürfen bei der Verlegung auf die nachgeburtliche Station vom Kindsvater beziehungsweise der Bezugsperson nicht begleitet werden.

• Den Anweisungen des Klinikpersonals ist stets Folge zu leisten.

Und auch das gilt:

• Der Besuch der Wöchnerinnenstation bleibt für Väter und andere Angehörige untersagt.

Es sei ratsam, offene Fragen im Vorfeld telefonisch unter der Nummer 03931/66 82 00 mit dem Kreißsaal-Personal zu klären, so Claudia Klupsch.

Das Stendaler Johanniter-Krankenhaus hat sich in den vergangen Tagen intensiv auf einen möglichen Anstieg der Infiziertenzahlen vorbereitet. „Sollten vermehrt Corona-Fälle in nächster Zeit eintreffen, ist die Eröffnung einer Corona-Station vorgesehen. Die Vorbereitungen sind kurz vor dem Abschluss. Hier wird so viel wie möglich Überwachungs- und Beatmungstechnik für schwer erkrankte Patienten bereitgestellt, so dass neben Betten auf der Intensivstation weitere Kapazitäten geschaffen sind“, so Claudia Klupsch.

Operationen, die verschiebbar sind, werden in Absprache mit Patienten und mit den einweisenden Ärzten verschoben. „Operationen bei Dringlichkeit und Not-OPs finden selbstverständlich statt.“

Über Ausnahmen entscheidet der Chefarzt

Auch das Seehäuser Agaplesion Diakoniekrankenhaus hat es so organisiert, dass Angehörige Wechselsachen für Patienten an der Rezeption abgeben können. Die Dinge sollten in Taschen oder ähnlichem verpackt und mit dem Namen des Patienten gekennzeichnet werden. „Die Sachen werden dann auf die jeweilige Station gebracht und dort dem Patienten von den Schwestern übergeben“, teilte Diana Scholz, Mitarbeiterin im Sekretariat der Geschäftsführung und zuständig für die Unternehmenskommunikation, gestern auf Nachfrage mit. Für das generelle Besuchsverbot gebe es im Diakoniekrankenhaus vereinzelt Ausnahmen, in denen ein kurzer Besuch gestattet wird. „Diese Ausnahmesituationen sind jedoch nicht klar zu benennen und werden vom Chefarzt im Einzelfall entschieden“, erklärte Diana Scholz.

Stichwort Arztgespräche. Die können von Seiten der Angehörigen derzeit auch nur telefonisch erfolgen. Gibt es dafür am Seehäuser Krankenhaus so etwas wie „feste Sprechzeiten“? Nein. „Angehörige können auf der entsprechenden Station anrufen und einen Telefontermin mit dem behandelnden Arzt vereinbaren“, sagte die Mitarbeiterin der Geschäftsführung.

Ein generelles Besuchsverbot gilt ebenfalls für das KMG-Klinikum Havelberg. In Rücksprache mit dem medizinischen Personal sind auch dort Ausnahmen möglich.