Landtagswahl 2021

Ein friedliebender Parteisoldat mit Elb-Erfahrung

Jacob Beuchel (SDP) tritt als Direktkandidat im Wahlkreis 3 (Havelberg-Osterburg) an

Von Andreas König
SPD-Landtagskandidat Jacob Beuchel an seinem Lieblingsort, dem Hünengrab bei Drüsedau.
SPD-Landtagskandidat Jacob Beuchel an seinem Lieblingsort, dem Hünengrab bei Drüsedau. Foto: Andreas König

Stendal - Einmal war Jacob Beuchel in der „CDU“ - aber nur, weil bei einem Politikplanspiel in der 11, Klasse an seiner Schule die imaginäre SPD-Fraktion schon besetzt war. Die Epidsode wäre kaum der Rede wert, hätte sich Jacob Beuchel zu jener Zeit nicht für Politik begeistert, vor allem für sozialdemokratisch geprägte.

Jacob Beuchel ist eine politische Figur, an der man nicht so leicht vorbeikommt. Er ist Vorsitzender des SPD-Kreisverbandes, Mitglied im Stendaler Stadtrat, bei den Jusos sowieso, und er engagiert sich bei den Falken, einer Jugendorganisation, die in ihren Anfängen als SPD-nah galt.

Gerade hat er eine Gedenkveranstaltung anlässlich des Tages der Befreiung organisiert, jetzt geht es in Richtung Drüsedau, wo er nicht nur seine Lieblings-Biokäserei hat, sondern auch seinen Lieblingsort, das dortige Hünengrab. All das sind ihm Herzensangelegenheiten. „Die Erinnerung an die Naziherrschaft muss wach gehalten werden“, findet Jacob Beuchel. Und regionale Lebensmittel schmecken nicht nur, sondern sind wichtig für die touristische Entwicklung der Region.

Von der Elbe an die Elbe

2014 kam er als Mitarbeiter des Bundestagsbüros von Marina Kermer nach Stendal. Geboren ist Jacob Beuchel in der Nähe von Leipzig, aufgewachsen in Wittenberg. „Ich sage immer gern 'Von der Elbe an die Elbe', das beschreibt meinen Weg“, sagt der Kandidat. Zwar liegt Stendal nicht direkt an der Elbe, wohl aber sein Wahlkreis Havelberg-Osterburg. Den kennt er ganz gut, nicht zuletzt weil er ausgiebige Radtouren auf dem Elbe-Havel-Radweg unternommen hat.

Mittlerweile gefallen ihm das Radfahren und die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs so gut, dass er sich von seinem Auto geternnt hat. Auf dem täglichen Weg zur Arbeit bei einem sozialen Netzwerk in Salzwedel kann er jetzt etwa für seine Kondition tun und die Umwelt schonen.

Doch für viele Menschen in seinem Wahlkreis wäre solch ein Konzept nicht praktikabel. Schon deswegen, weil in nahezu dem gesamten ostelbischen Teil seines Wahlkreises lediglich Busse verkehren. „Wenn ich gewählt werden, muss ich mir auch wieder ein Auto kaufen“, räumt der Kandidat ein.

Warum kandidiert er überhaupt im nördlichen Wahlkreis, wo doch sein Lebensmittelpunkt in Stendal liegt? „Im Ortsverein haben wir abgesprochen, dass Juliane Kleemann als SPD-Landesvorsitzende natürlcih in Stendal antritt“, sagt Jacob Beuchel.

Innige Beziehung zu Stendal

Dabei hat er durchaus eine innigere Beziehung zu der Statd als man auf den ersten Blick vermuten mag. „Mein Vater war Kriegdsdienstverweigerer und kam dann als Bausoldat nach Stendal“, sagt Jacob Beuchel, der aus einer Pfarrersfamilie stammt. „Damals sollte ein Schießplatz gebaut werden. Mein Vater weigerte sich und kam für Dreivierteljahr ins Militärgefängnis nach Schwedt.“ Solche Erfahrungen prägen ihn genauso wie das Enagement seiner Mutter in der Flüchtlingshilfe, „In den 1990er Jahren waren das vor allem Kriegsflüchtlinge im Durchgansglager Jessen.

Diese Erfahrungen lassen ihn auch am Sinne einer zentralen Aufnahmestelle für Asyslbewerber in Stendal zweifeln. „Ich halte eine dezentrale Unterbringung für sinnvoller“, sagt Jacob Beuchel.

Gegen gewaltverherrlichende Sprache

Was er ganz und gar nicht mag sind gewaltverherrlichende Sprache, wie sie inzwischen nicht merh nur in den sogenannten sozialen Medien anzutreffen ist. „Ich bin generell für sprachliche Mäßigung ain allen politischen Lagern“, sagt er.

Und dann ist sein Lieblingsort erreicht. Für den flüchtigen Betrachter ein Haufen Steine zwischen Bäumen, für einen Romantiker wie Jacob Beuchel ein „traumhaft schäner Ort“. Er nimmt den Käse mit der indischen Gewürzmischung und man würde sich nicht wundern, wenn er augenblicklich hineinbisse. Doch dasfür ist jetzt keine Zeit.