Stendal l Die Eisbahnsaison 2019/20 ist finanziell gesichert und im Stendaler Haushalt verankert. Nun muss der Stadtrat in seiner Sitzung am 14. Oktober aber darüber entscheiden, ob es auch ab Dezember 2020 weitergehen soll – und dann der besseren Planbarkeit wegen gleich für drei Jahre. Darüber hatten zunächst am Dienstag der Kultur-, Schul- und Sportausschuss sowie der Finanzausschuss zu beraten. Was nicht ohne Diskussion ablief.

60.000 Euro sind nötig

Denn der Eisbahnbetrieb ist natürlich mit Kosten verbunden, und die werden nicht weniger. Rund 60.000 Euro müssten mittlerweile aus dem städtischen Haushalt reserviert werden, um alle entstehenden Kosten von Eisbahnmiete über Klohäuschen bis hin zu Gema-Gebühren zu bewältigen. Die Einnahmen geben das bei Weitem nicht her – sie bewegten sich in den drei bisherigen Saisons zwischen 6600 und knapp 9000 Euro. Insbesondere Miet-, Energie- und Wachschutzkosten sind kontinuierlich gestiegen.

In der Saison 2018/19, die 67 Tage währte, haben rund 10.400 Besucher die Eisbahn genutzt. Im Kulturausschuss gab es zu diesem Thema nun einige skeptische Nachfragen.

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Kritische Nachfragen

• Christina Jacobs (CDU): Ob es denn dann für die nächsten drei Jahre bei den veranschlagten 60.000 Euro bleibe? – Philipp Krüger aus dem Büro des Oberbürgermeisters: „Ich weiß nicht, wie der Winter wird, brauchen wir mehr Strom, um zu kühlen, oder nur Licht?“

• Ebenso Jacobs: Was denn, wie in der Vorlage behauptet, das Stendaler Gewerbe davon hätte? – Krüger: „Es ist aufgefallen, dass viele Eltern ihre Kinder dort ‚zwischenparken‘, während sie Einkäufe erledigen. Wir haben wahrgenommen, dass die Eisbahn für viele ein Anreiz ist.“

• Dirk Lippmann (Bürger für Stendal): Ob die Kosten denn tatsächlich nur wegen der Energie stiegen oder ob nicht auch die Sanierung des durch die Eisbahn mitgenommenen Winckelmannplatzes hineinspiele? – Krüger: „Der Winckelmannplatz nimmt nicht mehr wirklich Schaden. Das hat ein Gutachten ergeben. Es ist einfach die Größe, der Aufwand, der Zeitrahmen, das alles hat sich vergrößert.“

• Herbert Wollmann (SPD): Ob die Bahn angesichts der kaum genutzten Bandenwerbung, die zur Gegenfinanzierung beitragen sollte, ungenügend vermarktet werde? – Matthias Neumann vom Veranstaltungsmanagement: „Wir sind da sehr aktiv und schreiben die Unternehmen an. Aber wir bekommen oft Absagen.“

• Rico Goroncy (Linke): Warum man sich nicht mal mit dem Altmarkkreis Salzwedel zusammensetze, um auch dort Werbung zu machen? – Neumann: „Eine gute Idee, zumal es dort keine Eisbahn mehr gibt.“

Den abschließend mehrheitlich angenommenen Vorschlag, die Eisbahn zunächst nur für die kommenden zwei Saisons zu planen, fand im gleichzeitig tagenden Finanzausschuss keinen Widerhall. Eine Befristung auf drei Jahre böte zum einen mehr Planungssicherheit, andererseits „kann der Stadtrat auch früher die Notbremse ziehen“, argumentierte Ausschussvorsitzender Björn Eckhard Dahlke (Grüne). Einstimmig votierte der Finanzausschuss für die Fortsetzung der Eisbahn wie vorgesehen.