Tangermünde l Sonntagmorgen, 9 Uhr am Tangermünder Elbufer: Es herrscht nicht, wie sonst an einem Sonntag, absolute Stille in mitten der Natur. Eine Menschentraube ist unterwegs zu einer gemeinsamen Aktion. Die DLRG-Ortsgruppe hat eingeladen zum gemeinsamen Elbeschwimmen.

Zum ersten Mal dabei ist unter anderem die achtjährige Johanna Ohle. In ihrem roten DLRG-Badeanzug steht sie am Ufer der Elbbuhne. Gemeinsam mit ihrer Mutti Melanie hat sie schon einmal die Füße in den Fluss gestellt. Gemeinsam werden die beiden in wenigen Minuten die Elbüberquerung in Angriff nehmen. Der Papa von Johanna macht fleißig Fotos. „Ich bin eine Frostbeule“, sagt er und begründet damit seine Nicht-Teilnahme. Seit einem Jahr ist die Achtjährige Mitglied bei den Tangermünder Rettungsschwimmern. Und mit ihren acht Jahren ist Johanna bereits im Besitz der silbernen Schwimmstufe.

Ihren Sporttage nach Tangermünde verlagert haben an diesem recht frischen Sommersonntag die Männer der Sportgruppe aus Jerichow. „Seit etwa anderthalb Jahren treffen wir uns regelmäßig einmal pro Woche zum Sport“, erzählt Andreas Große, ehemaliger Groblebener. Nicht nur beim Fuchsberglauf, auch beim Elbdeichmarathon und anderen Sportangeboten in der Region ist er gern und oft auch mit seinen Söhnen dabei.

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Zum Elbeschwimmen haben sich fast alle Männer der Sportgruppe aufgemacht. Dennis Barthels, Leiter der Sportgruppe und selbst Mitglied in der DLRG Tangermünde, hat daran sicher seinen Anteil. Bevor die Männer gemeinsam mit der größeren Gruppe an Elbschwimmern ins Wasser steigen, gibt es für alle noch einmal eine Einweisung.

Strömung stark, trotz Tiefstand

Dietmar Schiess, stellvertretender Leiter der Tangermünder Ortsgruppe, erklärt, wie es durch den Fluss geht. Trotz dem zu dieser Stunde aktuellen Wasserstand von 98 Zentimeter in der Elbe gibt es nach wie vor eine Strömung. Sie ist zwar nicht so stark wie zu Zeiten, in denen der Fluss mehr Wasser führt. Doch auch jetzt sorgt sie noch dafür, dass die Schwimmer abgetrieben werden. Den Anfang macht bei diesem Elbeschwimmen die kleine Gruppe von Schwimmern, die den kürzeren Weg gewählt hat. Das bedeutet, am gegenüberliegenden Elbufer gehen sie einen kürzeren Weg elbaufwärts und haben damit weniger Meter, die sie zurück bis zur Einstiegsstelle zurücklegen müssen.

Fast alle Teilnehmer schaffen es in diesem Jahr, in der direkt gegenüberliegenden Buhne oder der nächsten elbabwärts gelegenen wieder aus dem Wasser zu steigen.

Abgesichert wird das Schwimmen von Booten der DLRG, der Bölsdorfer Feuerwehr, des THW Stendal, und auch die Wasserschutzpolizei ist mit zwei Mitarbeitern vor Ort. Ebenso ist für die medizinische Sicherheit gesorgt. Patrick Nagel und Sebastian Kempe von den Johannitern sind mit einem Einsatzwagen vor Ort.

Um das leibliche Wohl der Schwimmer und auch vielen Zuschauer kümmern sich die Mitglieder des Fördervereins der Feuerwehr Tangermünde. Bratwurst, Kaffee und kalte Getränke haben sie dabei, um eine gute Stunde nach dem Start des Schwimmens alle Teilnehmer und Gäste damit versorgen zu können.

Im Übrigen schwammen die meisten Teilnehmer durch den Fluss. Nur ganz wenige, vor allem die längsten, absolvierten die Strecke gehend. Der eine oder andere streckte zwischendurch mal die Beine nach unten. „Es heißt ja schwimmen und nicht gehen“, sagte ein Teilnehmer.