Stendal l Kalt und grau ist es am Nachmittag, als wir uns dazu entschließen, unser warmes Büro zu verlassen, um Sport zu treiben. Schließlich sitzen wir, wie viele andere in ihren Berufen auch, mehr auf dem Bürostuhl, als uns zu bewegen. Eine Abwechselung kommt uns zwischen dem Schreiben und Telefonieren gerade recht. Außerdem heißt es doch so schön: Geteiltes Leid ist halbes Leid. Unseren inneren Schweinehund wollen wir beim Bewegungsparcours an der Hochschule in Stendal überwinden. Also rein in die Sportsachen.

Training während Corona-Pandemie

Wider Erwarten sind wir trotz des kalten Wetters nicht allein auf dem Parcours. Ein junger Mann ist bereits vor Ort. Routiniert zieht er sein Trainingsprogramm durch. „Es ist toll, dass es hier in Stendal so einen Platz gibt mit so vielen Sportgeräten“, sagt der Schüler zu uns.

Um überhaupt zu wissen, was wir an den einzelnen Geräten machen müssen, sind Tafeln aufgestellt. Dort werden die Übungen bildlich und schriftlich erklärt. Um die wenig sportlichen sowie auch die sehr sportlichen Nutzer abzuholen, werden drei Schwierigkeitsstufen angeboten. Trotzdem ist der Kreativität bei der Ausführung keine Grenzen gesetzt. Wer will, kann anstatt zwölf Wiederholungen auch 20 machen. Wir nehmen die Stufe „leicht“. Dabei sind allerdings weniger unsere körperliche Verfassung als die eiskalten, rutschigen und nassen Oberflächen ausschlaggebend.

Bilder

Stepper gibt's nicht nur im Studio

Wir fangen mit einer Art Stepper an – „Wellenlaufen“ nennt es sich hier. Genauso ein Gerät gibt es in jedem Fitness-Studio dieser Welt. Es macht Spaß, sodass wir einige Minuten dort verbringen. Gut, dass wir beide Handschuhe mitgenommen haben. Ohne sie wären uns die Hände schon am ersten Gerät eingefroren.

Um Schultern und Arme zu stärken, testen wir uns an dem sogenannten Oberkörper-Ergometer. Ganz sicher, wie genau wir das Gerät bedienen sollen, sind wir zwar nicht, doch es scheint zu funktionieren. Immerhin spüren wir unsere Muskeln ordentlich arbeiten.

Koordination, Balance und Krafttraining

Weiter geht‘s an eine Balance-Strecke. Hier sind verschiedene Hindernisse in mehreren Schwierigkeitsgraden aufgereiht. Übermütig erklärt sich eine von uns direkt bereit, sich an dem Gerät zu versuchen – immerhin sei sie früher geklettert. Balancieren und eine Slackline, also ein straff gespanntes, etwa handbreites Band, scheinen keine Herausforderung zu sein. Falsch gedacht, beziehungsweise die Rechnung ohne das feuchte Wetter gemacht. Denn durch die Nässe ist das Gummiband deutlich rutschiger, als die eigentlichen Slacklines, die häufig aus Naturfasern hergestellt sind. Der Rest klappt jedoch problemlos.

Das vierte Gerät kennen wir noch aus unserer Grundschulzeit: Pedalo. Auch mit deutlich über 20 macht es noch Spaß. Das Pedalo fördert das Gleichgewicht und die Koordination. Für blutige Anfänger dient ein Handlauf als Stütze.

Fitnessstudio im Freien

Die folgenden Geräte legen den Fokus aufs Krafttraining. Es ist im Prinzip wie in einem Fitnessstudio, nur draußen. Es gibt mehrere Geräte für die Bauchmuskeln, einen Rückstrecker für den unteren Rücken und Geräte, an denen Liegestütz trainiert werden können. Die meisten Alu-Konstruktionen sind so konzipiert, dass ein Gerät mehrere Ausführungsmüglichkeiten bietet.

Zum Schluss wartet der Bewegungsparcours mit ein Gerät zum Dehnen auf. Mit ausführlichen Anleitungen werden diverse Variationen erläutert. In der Kälte ist das Dehnen nach dem Sport allerdings weniger angenehm. Die schweißnasse Haut kühlt schnell aus; die Ruhe, die Muskeln lange und ausgiebig zu entspannen, haben wir nicht. Die Angst vor einer Erkältung ist zu groß.

Gute Alternative während Corona

Insgesamt ist der Parcours mehr für Kraft- und Koordinationsübungen geeignet als für Ausdauer. Für 13 Geräte brauchen wir rund eine Stunde. Hier lässt sich individuell nach Lust und Laune variieren. Der Parcours eignet sich auf jeden Fall als Alternative zum geschlossen Fitnessstudio. Für alle Muskel-Gruppen gibt es ein passendes Sportgerät. Und wem das Krafttraining nicht reicht, der kann ja zur Hochschule joggen. Wir hatten am nächsten Tag definitiv Muskelkater.

Weitere Sportgeräte im Freien gibt es am Schwanenteich und am Stadtsee. Dort werden aktuell zusätzliche Bewegungselemente errichtet.