Stendal/Zollchow l Yoga ist in der Vergangenheit beliebter geworden und gehört bei vielen Fitness- und Gesundheitseinrichtungen zum Programm. Laut dem Berufsverband der Yoga-Lehrer in Deutschland praktizierten 2018 rund vier Millionen Menschen den Sport. Daher lassen sich viele aus der Fitness-Branche und Fachfremde zu Yoga-Lehrern ausbilden. Eine von ihnen ist die 34-jährige Betriebswirtin Stephanie Zander aus Zollchow.

Was ist Yoga genau? Das Wort bedeutet „verbinden“ und ist eine aus Indien stammende Lehre. Durch geistige und körperlichen Übungen werden Körper, Seele und Geist vereinigt und der Mensch als Ganzes gesehen. Die Bewegungsabläufe sollen der Tiefenentspannung dienen, die mit Atem- und Meditationsübungen erreicht werden. Jeder, egal in welchem Alter und mit welchen körperlichen Einschränkungen, kann Yoga ausüben, versichert die junge Frau.

Hektik und Reizüberflutung mildern

Die Entspannung, die Yoga erzielt, soll den Menschen helfen, die Hektik des Alltags und die Reizüberflutungen zu mildern, erklärt Stephanie Zander. Ängste und Sorgen wie gerade jetzt in der Corona-Pandemie können abgeschüttelt und die Widerstandsfähigkeit gesteigert werden. Schlafstörungen, Kopf- und Rückenschmerzen können minimiert werden. „Erst, wenn das Innere sich entspannt, kommt der Körper zur Ruhe“, sagt die Trainerin. Dafür reichen zehn Minuten am Tag und folgende Übung:

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Man sitzt beispielsweise auf einer Matte im Schneidersitz mit geschlossenen Augen. Langsam zieht man die Schultern in Richtung Ohren und atmet dabei ein. Dann lässt man die Schultern nach hinten runter und atmet aus.

Im nächsten Schritt werden die Hände auf den Bauch gelegt und versucht, die Atmung zu beobachten. „Ist der Atem flach? Atme ich in den Bauch?“, schlägt die 34-Jährige Fragen vor, die man sich stellen sollte. Nach und nach wird dann tiefer eingeatmet. Erst fließt der Sauerstoff in den Brustkorb, dann immer tiefer bis in den Bauch.

Körper erhält neue Lebenskraft

Wer möchte, kann danach beim Einatmen die Arme über die Seiten nach oben strecken und beim Ausatmen die Arme vor der Brust zusammenführen. Laut Stephanie Zander kann man sich für die Atemübung beim Körper bedanken. Diese Übungen können beliebig wiederholt werden. Durch den Sauerstoff erhält der Körper neue Lebenskraft, sagt die Expertin. Bei anderen Bewegungsabläufen liegt der Fokus mehr auf die Dehnung und Streckung der Muskeln und Gelenke.

„Doch Yoga besteht nicht nur ausschließlich aus Bewegungen, sondern ist eine Lebensphilosophie mit mehreren Säulen“, sagt Stephanie Zander. Die Säulen sind Bewegung, Atmung, Ernährung, Meditation, Gedanken, Entspannung und Dankbarkeit. Die Yoga-Lehrerin versucht, diese Säulen in ihren Alltag und den ihrer Kunden zu integrieren.

Dazu bietet sie Einzel- und Gruppenkurse an, wegen Corona derzeit per Video-Chat. „Um mich individuell um jeden Teilnehmer kümmern zu können, besteht eine Gruppe aus höchstens fünf Personen“, sagt sie. Eine Sitzung dauert rund 75 Minuten. Vor den Übungen versucht die Expertin sich ein Bild über die Person zu machen, um sie gezielt anzuleiten und Tipps für den Alltag mit auf den Weg zu geben. Dabei spielen Lebensumstände und Ziele des Kunden eine große Rolle.

Bei Videos fehlt die Kommunikation

Das Kennenlernen der Yoga-Teilnehmer ist für die Lehrerin sehr wichtig. Aus diesem Grund nutzt sie die Video-Plattform YouTube kaum. In den vergangenen Monaten lud sie dort lediglich zwei Videos zum Mitmachen hoch. „Die Kommunikation fehlt im Video, und die Vermittlung der Säulen ist nicht möglich“, begründet die Yoga-Lehrerin.

Egal, ob man lieber mit einem Trainer oder allein mit Hilfe einiger Videos Yoga ausüben möchte, es stärkt die Selbstliebe und Selbstachtung, sagt Stephanie Zander und betont: „Yoga ist eine bewusste Zeit für sich.“

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