Landtagswahl

Freie Wähler aus Stendal wollen mit lokaler Verwurzelung in den Landtag von Sachsen-Anhalt

Landtagskandidat Hennig von Katte erhielt in Stendal im Landtagswahlkampf Unterstützung von Hubert Aiwanger, dem Bundesvorsitzenden der Freien Wähler.

Von links Nico Schulz, Carmen Kalkofen, Hubert Aiwanger und Hennig von Katte warben um Stimmen für die Freien Wähler.
Von links Nico Schulz, Carmen Kalkofen, Hubert Aiwanger und Hennig von Katte warben um Stimmen für die Freien Wähler. Foto: Antonius Wollmann

Stendal

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In Zeiten des Wahlkampfs hoffen viele Direktkandidaten, die Prominenz ihrer Partei für einen Auftritt in die Region zu locken. Verbunden mit dem Wunsch, dass die großen Namen unterstützende Worte loswerden und den einen oder anderen anlocken, der noch nicht zum natürlichen Unterstützerkreis gehört. Hennig von Katte, der für die Freien Wähler im Wahlkreis Stendal-Bismark in den Landtag einziehen möchte, hat zumindest in Sachen Bekanntheitsgrad und Position ins höchste Regal gegriffen. Zu Gast hatte er am vergangenen Freitag im Garten seiner Kanzlei mit Hubert Aiwanger den bayrischen Wirtschaftsminister und den Bundesvorsitzenden.

Und trotz der etwas widrigen Wetterverhältnisse - vor der Veranstaltungen wechselten sich starker Regen und Sonne ab - fanden sich um die 30 Gäste ein, um erst dem Gastgeber und anschließend dem Niederbayern zuzuhören.

Freie Wähler werben in Stendal mit Pragmatismus

Die beiden bemühten sich einzuordnen, wofür die Freien Wähler aus ihrer Sicht stehen: Lokale Verwurzelung und Pragmatismus nämlich. Möglichst ideologiefrei wollen sie Politik machen. „Unsere Leute kommen von der Basis, haben ihre politischen Wurzeln in den Stadt- und Gemeinderäten“, sagte der Gast aus Bayern.

Statt auf Berufspolitiker setze man auf Menschen, die auf reichhaltige Erfahrungen außerhalb von Parteistrukturen zurückblicken. Zwar sagte es keiner der Redner explizit, doch verstehen sich die Freien Wähler nicht zuletzt als Stimme des ländlichen Raumes. „Landwirte verbringen mittlerweile mehr Zeit hinter dem Schreibtisch als auf dem Trecker“, mahnte etwa Hennig von Katte, der neben seiner Kanzlei auch einen landwirtschaftlichen Betrieb führt. Bürokratieabbau sei dringender denn je.

Genauso wie die kommunalen Finanzen auf neue Füße zu stellen. Der kommunale Finanzausgleich unterdrücke jede Eigeninitiative, erfolgreiche Gemeinden würden nicht belohnt werden, bemängelte der Stendaler Landtagskandidat.

Freie Wähler kritisieren Grüne und AfD

Bei all dem angesprochen Pragmatismus stellte Hubert Aiwanger heraus, wo sich die Freien Wähler gesellschaftspolitisch verorten. Er leugnete nicht, dass die junge Partei eher konservativ geprägt ist. Geschlechterspezifische Quoten bei der Aufstellung der Landeslisten lehne er ab. Mit Genderthemen könne er ebenfalls nicht viel anfangen.

Nicht von ungefähr teilte der 50-Jährige in erster Linie gegen die Grünen aus. „Mit unserem guten Wahlergebnis bei der Landtagswahl haben wir Schwarz-Grün in Bayern verhindert“, rühmte er sich. Die Konkurrenz auf der rechten Seite blieb ebenfalls nicht von Kritik verschont: „Zwar möchte ich nicht über jeden AfD-Wähler den Stab brechen, aber diese Partei spaltet die Gesellschaft und ist nicht gut für den Zusammenhalt.“