Stendal l Wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs und Unfallflucht in Tateinheit mit Trunkenheit im Verkehr hat das Amtsgericht einen bislang unbescholtenen Stendaler zu einer Geldstrafe von 2700 Euro verurteilt. Dazu entzog ihm das Gericht die Fahrerlaubnis und verhängte eine Sperre von insgesamt einem Jahr vor der möglichen Neuerteilung der Fahrerlaubnis.

„Ohne Mithilfe des Angeklagten wäre die Tat womöglich nie aufgeklärt worden“, hieß es in der Urteilsbegründung. Damit war der Einspruch des Anfang 50-Jährigen gegen einen Strafbefehl von Erfolg gekrönt. Dieser hatte für den Ersttäter die doppelte Geldstrafe, nämlich 5400 Euro, und eine Fahrerlaubnissperre von insgesamt 18 Monaten vorgesehen.

Parkendes Auto gerammt

Der Stendaler hat am Abend des 20. April dieses Jahres um 20.15 Uhr mit 1,5 Promille intus am Steuer eines VW-Golf ein parkendes Auto in der Frommhagenstraße gerammt und ist geflüchtet. Danach ist er aber wieder zum Unfallort zurückgekehrt und hat selbst die Polizei gerufen – hatte die Anklage der Staatsanwaltschaft dem Mann vorgeworfen.

Vor Gericht gab der 50-Jährige an, dass er an jenem Tag Urlaub gehabt und im Garten wohl „ein Bier zu viel“ getrunken, sich aber fahrtüchtig gefühlt und ans Steuer seines Wagens gesetzt hätte. In der Frommhagenstraße hätte er einen „lauten Knall gehört“, diesen aber nicht deuten können. Zu Hause angekommen, hätte er sein Auto nach möglichen Schäden abgesucht. Der rechte Kotflügel sei stark beschädigt gewesen. Zu Fuß sei er zu der Stelle zurück, wo er den Knall gehört haben will. Nach längerem Suchen hätte er ein an der Fahrertür stark eingedrücktes Auto vorgefunden und sofort die Polizei gerufen.

1,55 Promille im Blut

Im Polizeibericht dieses Tages hieß es: „Während der Unfallaufnahme konnten die Beamten Alkoholgeruch in der Atemluft feststellen. Ein durchgeführter Alkoholtest ergab 1,7 Promille.“ Es folgten die Sicherstellung des Führerscheines und die Untersagung der Weiterfahrt. Zwei Blutentnahmen führte ein Arzt durch. Eine um 21.45 Uhr – die ergab einen Blutalkoholwert von 1,55 Promille – und eine zweite um 22.05 Uhr, die noch immer einen Blutalkoholwert von 1,54 Promille attestierte.

Über die Höhe des Schadens am fremden Pkw wurde im Prozess nichts bekannt. Nachdem der Angeklagte ein Geständnis abgelegt hatte, waren der Halter des Autos und die beiden Polizeibeamten, die den Unfall aufgenommen hatten, ungehört als Zeugen entlassen worden. Der Angeklagte nahm das Urteil sofort an. Da auch die Staatsanwaltschaft auf Rechtsmittel verzichtete, begann die Fahrerlaubnissperrfrist sofort zu laufen. Acht Monate muss der Angeklagte nun noch warten, bevor er wieder eine Fahrerlaubnis beantragen kann.