Stendal l Eines der ambitioniertesten Bauvorhaben der jüngeren Stendaler Stadtgeschichte nimmt an Fahrt auf. Auf dem Gelände der neuen Grundschule am Haferbreiter Weg, so der vorläufige Arbeitstitel, laufen seit Anfang Juli die Vorbereitungen für den Baustart. Es handelt sich dabei um den ersten Schulneubau seit der Wende.

Er wird die Petrikirchhof-Grundschule ersetzen, die aus Kapazitätsgründen geschlossen wird. In dem denkmalgeschützten Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, das ein wenig aus der Zeit gefallen wirkt, stehen nur sieben Klassenräume zur Verfügung. Eine Erweiterung des Schulhofes fällt ebenfalls aus. Mögliche Alternativen zum Neubau wurden im Laufe der Zeit verworfen. So stand im Raum, die bisher nicht genutzte dritte Etage der Ganztagsgrundschule zu sanieren.

Betrieb wird 2022 aufgenommen

Das bisher ungenutzte Areal zwischen der Sporthalle und dem Landesamt für Verbraucherschutz wird momentan von Baggern und Raupen komplett beräumt, teilt Stadtsprecher Armin Fischbach auf Anfrage der Volksstimme mit. Zudem werden die Anschlüsse für den Baustrom hergestellt. Der offizielle Startschuss fällt laut Fischbach Anfang September. Dann werde mit den Arbeiten an dem Rohbau begonnen. Voraussetzung dafür sei aber, dass der Haupt-und Personalausschuss auf seiner nächsten Sitzung am 19. August sein Okay gibt. Danach werde man den Termin für die Grundsteinlegung festlegen, so Fischbach.

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Die Stadtverwaltung rechnet mit einer Bauzeit von etwas weniger als anderthalb Jahren. Ende 2021 könnte das neue Schulgebäude stehen. Bis zur Inbetriebnahme wird es allerdings noch etwas länger dauern. „Es müssen noch die Schulmöbel angeschafft und eingerichtet werden“, nennt Fischbach den Grund, dass vor dem Frühjahr 2022 wohl keine Kinder am Haferbreiter Weg unterrichtet werden.

Konzipiert ist der Neubau für 150 Schüler, im Hort werden 120 Kinder betreut werden können. Entstehen wird ein zweigeschossiges, langgezogenes Gebäude, das komplett barrierefrei ist. Es wird eine 199 Quadratmeter große Aula mit einer lichten Höhe von knapp sechs Metern geben, die gleichzeitig als Speiseraum genutzt werden soll, dazu Fachunterrichts- und Klassenräume. Zwischen zwei Räumen gibt es jeweils einen Verbindungsraum, der unter anderem für Gruppenarbeit genutzt werden kann. Für jeweils zwei Räume plus Verbinder gibt es eine Art Vorraum für die Garderobe

Was passiert mit dem alten Gebäude?

Insgesamt werden Kosten von etwa 7,4 Millionen Euro für die Stadt anfallen. Das sind drei Millionen Euro mehr als ursprünglich veranschlagt. Als der Stadtrat im April 2017 über das Projekt befinden musste, stand noch eine Zahl von 4,2 Millionen Euro im Raum.

Der Neubau zeitigt darüber hinaus eine weitere Folge. Die Grundschulbezirke der Stadt Stendal mussten neu gezogen werden. Nötig geworden war Maßnahme, weil die Grundschule an der Haferbreite östlicher liegt als Petrikirchhof-Grundschule.

Bleibt noch eine Frage: Was passiert mit dem in die Jahre gekommenen Gebäude am Petrikirchhof? Konkrete Pläne liegen noch nicht vor. Die Stadtverwaltung hält sich auf Anfrage der Volksstimme jedenfalls zurück. „Sobald von Seiten des Stadtrates oder aus der Verwaltung hier ein spruchreifes Konzept vorliegt, werden wir dies den Bürgerinnen und Bürgern entsprechend bekanntmachen.“