Stendal l Dem ein oder anderen Besucher der Stendaler Fußgängerzone wird es aufgefallen sein: In der Breiten Straße fehlen zwei Bänke. Wo man sich früher in der Nähe des mittlerweile geschlossenen Weltbildladens für eine kurze Pause niederlassen konnte, herrscht seit Oktober 2019 gähnende Leere. Stattdessen disponieren die Passanten um. Sie rasten auf den Blumenkübeln. Aber was ist mit den beiden Sitzgelegenheiten passiert und warum mussten sie weichen, obwohl sie doch rege genutzt worden sind?

Sanierung ist verschoben

Armin Fischbach, Mitarbeiter der Pressestelle der Stadt Stendal, verweist auf die Havarie einer Wasserleitung im Oktober 2019. Damals stand der Bereich vor der Postfiliale unter Wasser. Um den Schaden zu beheben, musste die Straße aufgerissen werden. In diesem Zusammenhang seien die Bänke abgebaut und auf dem Gelände des Bauhofes eingelagert worden, teilt Armin Fischbach auf Anfrage der Volksstimme mit. Sie wieder an ihrem ursprünglichen Platz aufzustellen, komme derzeit nicht in Frage. Denn das Wasserleitungsproblem ist noch nicht gelöst. Die teilweise mehr als 100 Jahre alten Leitungen müssen komplett erneuert werden. So lange dies nicht geschehen ist, verbleiben die Bänke beim Bauhof.

Zumindest in diesem Jahr wird sich daran nichts ändern. Der Plan der zuständigen Stadtwerke Stendal, nach dem Rolandfest im Juni ans Werk zu gehen, hatte sich während der Corona-Krise zerschlagen. Von der langen Schließung während des Lockdowns ohnehin gebeutelt, wollte das Unternehmen den Geschäften weitere Einschränkungen durch die Baustelle ersparen. Die Sanierung ist deshalb aufs nächste Jahr verschoben. Zu welchem Zeitpunkt sie dann stattfinden wird, kann Stadtwerke-Mitarbeiter Rolf Gille nicht konkret beantworten: „Die Ausschreibung ist in der Zwischenzeit abgebrochen worden. Wir befinden uns aber in der Feinplanung.“

Davon abgesehen scheint in der Stadt der Bedarf an Sitzgelegenheiten weitgehend gedeckt. 62 Bänke stehen insgesamt in der Innenstadt zur Verfügung. „Wir halten diese Zahl derzeit durchaus für ausreichend“, gibt Armin Fischbach Auskunft. An die Stadtverwaltung werden dahingehend jedenfalls von den Bürgern keine Beschwerden herangetragen. Negativ aufgefallen seien in der jüngeren Vergangenheit allenfalls fehlende Sitzbänke an weniger zentral gelegenen Bushaltestellen. Dem gehe die Stadtverwaltung momentan nach, um das Problem zu lösen.

Anfragen habe es in der Vergangenheit im Bereich Schadewachten gegeben. Daraufhin habe man dort Bänke nachgerüstet. Auch nach der Sanierung der Straße werden dort erneut Sitzgelegenheiten aufgestellt.

Vermieter kümmern sich

„Ansonsten gab es nur außerhalb der Innenstadt Anfragen, so durch den Stadtseniorenrat in der Scharnhorststraße“, sagt Armin Fischbach Hier haben die örtlichen Großvermieter Stendaler Wohnungsbaugesellschaft (SWG) und Wohnungsbaugenossenschaft Altmark WBGA) jeweils eine Bank aufgestellt.