Bismark/Berlin l Das „neue Abenteuer“ – wie es Daniela Nicklaus selbst nennt – soll sie im November in die kenianische Bergregion nahe der Stadt Kisii führen. Seit Februar weiß die Bismarkerin, die in Berlin arbeitet und lebt, dass sie für die Organisation „Dentists for Africa“ (auf deutsch: „Zahnärzte für Afrika“) tätig sein wird. Während ihres Jahresurlaubs. Den hatte sie bereits im Jahr 2016 geopfert, um Afrikaner zu unterstützen. Auf dem damals größten privaten Hospitalschiff der Welt hatte sie an der Küste Benins ihr Quartier, behandelte an Land Menschen mit Zahnproblemen.

Von einem Opfer möchte die junge Frau allerdings auch mit Blick auf den Jahresurlaub, der für den Einsatz draufgeht, nicht sprechen. Sie wolle helfen. Aber sie wolle sich auch beruflich entwickeln, gesteht sie ein, und sich „den Ursprung meines Berufes vor Augen führen“.

Treff mit Benin-Mitstreiterin

Regelrecht aufgesogen hat die zahnmedizinische Fachangestellte in Benin die große Dankbarkeit der Einheimischen, die „aus ihren Augen und aus den Gesten gesprochen“ hat. Auch deshalb war für Daniela Nicklaus klar, dass es nicht bei dem 2016er Einsatz bleiben wird. „Als ich damals nach meinem ersten Einsatz in Benin wieder nach Deutschland zurück musste, wusste ich, ich muss und werde wiederkommen. Und nun habe ich wieder das ,Go‘, um auf diesen unglaublich schönen Kontinent zurückzudürfen und dies mit meiner großen Leidenschaft – den Operationen – verbinden zu können“, sagt sie.

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Und sie freut sich darauf, „wieder neue Menschen kennenlernen zu dürfen“. So pflegt sie noch Kontakt und Freundschaften mit Mitstreitern, die sie in Benin kennengelernt hat, unter anderem aus Australien, Peru, Kanada. In diesem Monat erhält sie Besuch von einer Freundin aus Holland. Sie war als Anästhesieschwester im Einsatz und Nicklaus‘ Kabinenmitbewohnerin auf dem Hospitalschiff. Doch nicht nur über den gewachsenen Bekanntenkreis wirkt der Benin-Einsatz nach. Im Praxisalltag, bei den Behandlungen, auch oft im Privatleben sei das Erlebte präsent, erklärt Daniela Nicklaus auf Volksstimme-Nachfrage. „Das liegt vermutlich in unserer verwöhnten europäischen Natur. Wir sind zu schnell zu unzufrieden und regen uns oft unnötig über sinnlose Kleinigkeiten auf – da nehme ich mich selbst nicht aus. Wir schätzen nicht, wie gut es uns geht und was wir zum Beispiel für ein gut aufgestelltes Gesundheitssystem hier in Deutschland haben.“

Impfungen und Flüge

Das mag in Kenia anders aussehen. Auf den Einsatz dort – für die Bismarkerin unentgeltlich und im Jahresurlaub – bereitet sie sich jetzt schon vor. Impfungen sind notwendig, Flüge müssen gebucht werden. Das kostet nicht nur Zeit; das kostet auch Geld. Nachdem sie ihren Einsatz im Benin komplett allein bezahlt und dafür – wie sie berichtet – einen mittleren vierstelligen Betrag ausgegeben hat, setzt sie für Kenia auf Spenden „von begeisterten Mitmenschen“. Und sie verspricht: „Die Spenden werden eins zu eins in das Projekt einfließen.“

Unterstützen bei ihrem Hilfseinsatz in Afrika können Interessierte Daniela Nicklaus über ein Spendenkonto und über eine Spendenbox in Bismark. Daniela Nicklaus sagt: „Jeder Euro hilft mir, damit ich Menschen in Not helfen kann.“