Stendal l Die Baustelle des zweiten Wohnheims der Hochschule Magdeburg-Stendal ähnelt noch eher einem riesigen Sandkasten, als einem Gebäude. Schon seit dem 31. März rollt hier schweres Gerät und trägt unter anderem den kleinen Rodelhügel neben der Sportanlage der Stendaler Hochschule ab. Auf einen Spatenstich wurde aufgrund der Corona-Krise verzichtet. Dieser soll jedoch bald in anderer Form nachgeholt werden.

Daniel Jircik, Geschäftsführer der Stendaler Wohnungsbaugesellschaft (SWG), ist zuversichtlich, dass das Wohnheim innerhalb der geplanten Bauzeit fertig wird. „Wir kriegen unsere Bauzeiten immer hin“, sagt er. Pünktlich zum Beginn des Wintersemesters Anfang Oktober 2021 soll das Gebäude einzugsbereit stehen. „Der Zeitrahmen ist gut bemessen“, sagt Bauleiter Hendrik Lins. Die Chancen für ein pünktliches Bauende sind vielversprechend. Die SWG nimmt sich für das zweite Wohnheim ein halbes Jahr länger Zeit als noch für das erste, das seit Oktober 2017 auf dem Gelände der Hochschule steht.

Neues Studentenwohnheim in Stendal kleiner

„Man wird erkennen, dass es ein Baustil ist“, sagt Daniel Jircik. Das neue Wohnheim soll wie das erste in den Farben der SWG, weiß und rot, erstrahlen. Es wird jedoch etwas kleiner ausfallen, als der 1,6 Millionen teuere Vorgänger. Statt 50 Wohnungen, werden es dieses Mal 34. Die Größe von rund 23 Quadratmetern pro Apartment bleibt gleich. Insgesamt werden Erdgeschoss und die beiden Obergeschosse des neuen Wohnheims 800 Quadratmeter bemessen. Das erste hat ein Größe von 1000 Quadratmetern. Die Zimmer werden rund 300 Euro pro Monat kosten und werden mit Küchenzeile und einem eigenen Bad ausgestattet sein.

Die Entscheidung, ein weiteres Wohnheim zu bauen, fiel Daniel Jircik leicht. Die Nachfrage sei genug für drei solcher Gebäude. „Wir haben festgestellt, dass wir jedes Jahr mindestens 50 Bewerber haben“, sagt der Geschäftsführer. Allerdings seien die Wohnungen meist für die Dauer des Studiums besetzt, also rund drei Jahre. Daniel Jircik möchte sich dennoch nicht aus dem Fenster lehnen und zu viele neue Studentenzimmer entstehen lassen. Es gebe auch andere Konkurrenten in der Stadt und er möchte den Wohnungsmarkt nicht auf einmal fluten.

Auf die Baugenehmigung wartet Hendrik Lins noch. Diese soll in den ersten Mai-Tagen kommen, schätzt der Bauleiter. Bereits im August könne daraufhin der Rohbau stehen.

Suche nach Handwerkern begonnen

„Der Rohbau macht nur ein Viertel der Baukosten aus“, erklärt Daniel Jircik. Teuer wird es bei den sogenannten „Ausbauwerken“, die danach folgen. Dafür startet die SWG bereits im Mai Ausschreibungen nach Fliesenlegern, Elektrikern, Tischlern und anderen Handwerksberufen.

Der ursprünglich geplante Spatenstich für das Wohnheim musste aufgrund der Corona-Krise abgesagt werden. Daniel Jircik hofft nun, dass sich die Lage bis zur dritten Maiwoche weiter beruhigt. Dann kommt es nämlich zum Ersatztermin. „Wir machen eine Grundsteinlegung statt Spatenstich“, sagt er. Die Idee ist, dass wenigstens eine kleine Gruppe an Menschen mit Abstand zueinander an der Grundsteinlegung teilnimmt.

Studierende wohnen in idealer Lage

Für den Geschäftsführer der SWG werte ein Wohnheim nicht nur den Hochschulstandort als solchen auf, sondern ließe Studierende in idealer Lage wohnen. Der Weg zu den Seminarräumen auf dem Campus sei in wenigen Minuten erledigt und Einkaufsmöglichkeiten gebe es in der Nähe ebenfalls.

Ursprünglich hatte die Hochschule lange Zeit nach Investoren für ein Studentenwohnheim gesucht. Der ehemalige Prorektor Wolfgang Patzig setzte sich viele Jahre dafür ein, bis die SWG sich der Sache annahm und nun das zweite Wohnheim errichtet.