Stendal/Tangermünde l Wer sich einem Aldi-Markt von Seiten einer Grünfläche nähert, wird dieser Tage mit den Überbleibseln des Corona-Hygienekonzepts des Discounters konfrontiert: Plastik-Einweghandschuhe, die am Stellplatz der Einkaufswagen zur freien Entnahme aushängen, finden in den Büschen rund um das Betriebsgelände ihr trauriges Ende. Was der Hygiene dienen sollte, verschmutzt nun die Umwelt.

Bei der Stendaler Filiale an der Dr.-Kurt-Schumacher-Straße zeigt sich, wie es dazu kommen konnte: eine Dame bringt ihren Einkaufswagen zurück, zieht die Handschuhe aus und deponiert sie im Einkaufswagen. Darauf angesprochen wollte sich die Dame nicht äußern. Ob ein Mülleimer in unmittelbarer Nähe sie zu verantwortungsvollerer Entsorgung verleitet hätte, bleibt Spekulation.

Corona-Müll im Gebüsch

Wenige Momente später zieht ein Mann den selben Einkaufswagen wieder aus dem Pulk. Ein plötzlicher Windstoß trägt die Plastikhandschuhe davon, sie tanzen über den Kundenparkplatz, bis hin zu den umliegenden Grünflächen. Dort zeigt sich, dass das soeben geschilderte Szenario kein Einzelfall ist. Unzählige gebrauchter, oder auch nur versehentlich abgerissener, Einweghandschuhe verunstalten die umliegenden Gebüsche, bis hin zum angrenzenden Spielplatz.

Ein ähnliches Bild präsentiert sich beim Tangermünder Aldi. Die neben dem Supermarkt liegende Grünfläche ist gespickt mit verwehten Einweghandschuhen, bevor diese in den angrenzenden Büschen scheinbar endgültig in Vergessenheit geraten. Bereits Anfang Mai konnte diese Ansammlung beobachtet werden, verändert hat sich seither nichts. In Tangermünde steht allerdings ein Mülleimer beim Eingang. In Stendal wurde dieser nach einem durch Unachtsamkeit oder Vandalismus entstandenen Brand nach innen verlegt. Auf Nachfrage der Volksstimme entschied sich die Stendaler Filialleitung „draußen wieder einen Müllsack“ aufzuhängen. Dies ist mittlerweile auch geschehen, allerdings mit dem Resultat, dass der Wind die Handschuhe nun auch auf dem straßenseitigen Grünstreifen des Supermarkts verteilt.

Aldi verspricht Beseitigung

Auf die Frage, wer den entstandenen Müll wieder entfernen würde, antwortete Michael Strothoff, ein Pressesprecher bei Aldi Nord, dass „Mitarbeiter an den entsprechenden Standorten aktuell prüfen, ob es außerhalb unseres Marktgeländes zu einer verstärkten Verschmutzung durch Einweghandschuhe kam“. Sollte sich dies bewahrheiten, „werden wir diesen Müll selbstverständlich beseitigen“, sagte Strothoff.

Bis es soweit ist, geht die Hygiene der Kunden aber weiter auf Kosten jener der Umwelt.