Dorfteich

Im Dorf Heeren stinkt es und Umweltamt und Wasserverband in Stendal können das Problem erst 2024 lösen

Von Leon Zeitz
Der Einlauf des Dorfteichs in Heeren ist vollkommen verschmutzt und gibt einen üblen Gestank von sich.
Der Einlauf des Dorfteichs in Heeren ist vollkommen verschmutzt und gibt einen üblen Gestank von sich. Foto: Leon Zeitz

Stendal

Die Sonne scheint, es sind nur wenige Wolken am Himmel, der Wind ist auch kurz zur Ruhe gekommen. Vorsichtig zeigt sich der Frühling im Stendaler Ortsteil Heeren und das Wetter lädt zum Spazieren ein. Wäre da nicht dieser üble Gestank, der in der Luft liegt. Grund: Der kleine Dorfteich.

Sein Einlauf ist vollkommen verschmutzt und teilweise vermüllt. „Es fließt die 10- bis 13-fache Menge an ungeklärtem Abwasser in unseren Teich“, sagt Jörg Bösel. Seit knapp 20 Jahren lebt er in Heeren und seit über einem Jahr versucht er alles, um den Zustand des Teichs zu verbessern. Er habe eine Probe beim Bürgermeister von Heeren abgegeben, das Umweltamt-Stendal informiert und kürzlich den Wasserverband kontaktiert. Dieser gibt an, sich in einem Jahr dem Problem anzunehmen, so Jörg Bösel. Er hat das Gefühl, dass sich niemand wirklich für die Gemeinde interessiert.

Gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Ortschaftsrats Friedhelm Wehner diskutiert Jörg Bösel über mögliche Erklärungen für die Verschmutzung. „Es kann sein, dass Haushalte mit dem Teich verbunden sind“, mutmaßt er. „Vielleicht entsorgt hier auch jemand heimlich sein Abwasser“, sagt Friedhelm Wehner.

Die Verschmutzung ist bekannt und soll angegangen werden

Die Abteilungsleiterin des Bereichs Abwasser des Wasserverbands Stendal-Osterburg Petra Tesching bestätigt auf Nachfrage der Volksstimme, dass das Problem um den Zustand des Dorfteichs bekannt ist und auch in Arbeit ist. Die Verunreinigung werde dadurch begründet, dass noch nicht alle Haushalte an die zentrale Abwasserversorgung angeschlossen sind. Das Abwasser einiger dieser Haushalte werde noch über Klärgruben geleitet. Dass ungeklärtes Abwasser in den Teich gelange, ist nach ihrer Kenntnis jedoch ausgeschlossen.

Der Leiter des Umweltamts Stefan Vogel ist auch über die Problematik in Kenntnis gesetzt und sieht den Grund ebenfalls in den noch nicht vollständig erschlossenen Abwasserleitungen. „Heeren ist im Abwasserbeseitigungskonzept berücksichtigt und soll auch vollständig erschlossen werden. Die Frage ist nur wann.“

Die Abwasserentsorgung des Ortes erfolgt zurzeit zum einen über eine zentrale Schmutzwasserkanalisation mit Anschluss an die Kläranlage Stendal, zum anderen über sogenannte „Bürgermeisterkanäle“. Diese leiten Abwasser aus Kleinkläranlagen einzelner angeschlossener Grundstücke und das anfallende Niederschlagswasser der Sälinger Straße, der Straße Am Teich und zum Teil der Kirchgasse und Gartenstraße in den Dorfteich in Heeren ein. „Diese Form der Abwasserentsorgung stellt jedoch nur eine Übergangslösung dar“, teilt Landkreis-Pressesprecherin Angela Vogel mit.

In Heeren stehen noch Straßensanierungen aus. Um die Anwohner vor einer Doppelbelastung zu bewahren, ist geplant, die Errichtung einer Schmutzwasserkanalisation in Zusammenarbeit mit dem Straßenbauamt zu beginnen, da die Straßen dann durch die Bauarbeiten aufgerissen werden. Das soll jedoch erst 2024 in Angriff genommen werden.