Krankenhaus-Neubau

Im Stendaler Krankenhaus-Neubau fehlen nur noch die Betten

Der Klinik-Neubau der Johanniter machte vor allem wegen Verzögerungen Schlagzeilen. Mittlerweile ist der Innenausbau weit gediehen. Die Volksstimme sah sich zusammen mit dem Bauleiter Stephan Holländer auf der Baustelle um.

Von Antonius Wollmann
Bauleiter Stephan Holländer  (links) und Krankenhausdirektor Michael Schmidt zeigen den neuen Kreißsaal in der neuen Stendaler Kinder-und Frauenklinik. Wann dieser in Betrieb genommen wird, steht noch nicht fest.
Bauleiter Stephan Holländer (links) und Krankenhausdirektor Michael Schmidt zeigen den neuen Kreißsaal in der neuen Stendaler Kinder-und Frauenklinik. Wann dieser in Betrieb genommen wird, steht noch nicht fest. Fotos: Antonius Wollmann

Stendal - Auf diese Besonderheit möchte Stephan Holländer hinweisen. Im zukünftigen Kreißsaal kann man beliebig die Farbe der Beleuchtung wechseln. Je nachdem, welche den werdenden Müttern beliebt. Ob grün, rot, blau oder lila. „Das gesamte Farbspektrum steht zur Verfügung“, erzählt der Bauleiter, als er die Lichtanlage vorführt.

Was man schnell als Spielerei abtun könnte, ist ein Hinweis darauf, dass die Arbeiten im Inneren des Stendaler Krankenhaus-Neubaus schon weit gediehen sind. Was nach den zahlreichen Verzögerungen eine gute Nachricht ist.

Immerhin handelt es sich um ein extrem ambitioniertes Vorhaben, an dessen Ende unter anderem die gesamte Kinder- und Frauenklinik an der Wendstraße ein neues Zuhause haben wird. Mit angesprochenem Kreißsaal, Wochenstation und einem Operationssaal für Kaiserschnitte. Der bisherige Standort an der Bahnhofstraße wird dann Geschichte sein. Kürzere Wege , bessere Möglichkeiten In den Fünfgeschosser ziehen außerdem allgemeine Pflegestationen, die Intensivstation, der Bereich für Herzkatheter-Untersuchungen und die Digitale Subtraktionsangiographie ein. „Die Konzentration in einem Haus hat natürlich immense Vorteile. Die Wege sind viel kürzer, das bietet bessere Möglichkeiten zur Versorgung der Patienten“, erläutert Krankenhausdirektor Michael Schmidt.

Dass natürlich noch nicht alles besenrein ist, fällt im zukünftigen zentralen Aufnahmezentrum, das sich im Erdgeschoss befindet, auf. Hier wuseln noch einige Handwerker herum, der typische Baustellensound ist zu hören. Eine Bohrmaschine dröhnt, es riecht nach Mörtel. Aber die ersten Pflegekräfte nehmen ihren künftigen Arbeitsplatz bereits in Augenschein. Und der Besucher hat bereits mehr als eine Ahnung, wie das Ganze einmal aussehen wird.

Viel ruhiger ist es hingegen im vierten Stock. In den fährt man bequem mit dem Fahrstuhl. Kaum ein Bauarbeiter hält sich noch auf den Fluren der Etage auf, in die die Orthopädie, die Geriatrie und die Unfallchirurgie einziehen werden. „Wir haben vier Aufzüge, die alle vom TÜV abgenommen sind“, erzählt Stephan Holländer auf der kurzen Fahrt nach oben.

Dort angekommen, führt der Bauingenieur in eines der Patientenzimmer. Eigentlich fehlen hier nur noch die Betten. Und in einigen Räumen sind die Bäder noch nicht ganz fertig. „Wir haben uns für einen gehobenen Kassen-Standard entschieden“, sagt Holländer zur Ausstattung der Zimmer. Für bis zu 80 Patienten wird auf der Etage Platz sein.

Anschließend setzt der Baustellen-Chef die Führung in den unteren Etagen fort. „Beim Bau von Krankenhäusern ist die größte Herausforderung, die vielen technischen Komponenten zu koordinieren“, erzählt er, als er im Schnelldurchlauf die neue Intensivstation, den Operationssaal der Frauenklinik und die Zimmer der jüngsten Patienten zeigt.

Für letztere haben sich die Planer ein besonderes gestalterisches Element einfallen lassen. Die Wände schmücken Bilder eines Stendaler Graffiti-Künstlers. Die tierischen Motive sollen auflockern und heitere Stimmung verbreiten.

Trotz des Baufortschritts in dem Gebäude hält der Blick nach draußen auf die Rückseite einen kleinen Wermutstropfen bereit. Zu sehen ist nämlich, warum sich die Fertigstellung verzögert. Der Bau der Außenanlagen konnte nach einem Rechtsstreit erst vor Kurzem wieder aufgenommen werden. Doch ist mittlerweile das dringend benötigte Material für Abwasser- und Gasleitungen eingetroffen.