Oldtimer-Rallye

In Stendal dröhnen die Motoren bei der Oldtimer-Rallye

Auf die Spuren von Otto von Bismarck machten sich 50 Oldtimer-Freunde am Sonnabend. Den Startern war die Freude darüber anzumerken, dass sie ihre alten Autos endlich wieder unter Rallye-Bedingungen dem Publikum zeigen konnten.

Von Von Antonius Wollmann
Franz Mahr und seine Frau Ruth stammen aus der Nähe von Frankfurt am Main. Es war ihre erste Rallye in der Altmark. Stendal und die Umgebung haben den beiden sehr gut gefallen.
Franz Mahr und seine Frau Ruth stammen aus der Nähe von Frankfurt am Main. Es war ihre erste Rallye in der Altmark. Stendal und die Umgebung haben den beiden sehr gut gefallen. Foto: Antonius Wollmann

Stendal - Es ist schwer zu überhören, dass Franz Mahr aus dem Hessischen in die Altmark gereist ist, um mit seiner Frau Ruth an der „von Bismarck Classic“-Rallye teilzunehmen. Wenige Minuten vor dem Start auf dem Stendaler Marktplatz ist er am Sonnabend gespannt, was ihn bei der Ausfahrt mit seinem roten BMW/2-Cabrio, Baujahr 1968, erwartet. „Wir sind zum ersten Mal in der Gegend. Der erste Eindruck ist ein sehr schöner“, erzählt der Frankfurter. Bei einem Oldtimer-Treffen in Hameln habe er den Rallye-Organisator Jörg Punzel von der Nordwall Classic Garage kennengelernt und die Einladung erhalten.

Jörg Punzel ist wiederum froh, dass die Veranstaltung endlich stattfinden kann. Eigentlich bereits im Mai geplant, musste sie in den Sommer verschoben werden. Die Erleichterung darüber, wieder mit anderen Freunden der alten Autos eine Runde zu drehen, ist allen 50 Startern anzumerken. Dem ein oder anderen hat es sicherlich auch ein bisschen gefehlt, seinen Oldtimer aus der Garage zu holen und bewundernde Blicke aus dem Publikum zu erhaschen.

Auf den Spuren von Otto von Bismarck

Jürgen Hübner aus Cottbus nimmt sich jedenfalls für jeden etwas Zeit, der sich für seinen Wanderer W24 interessiert. „Das Fahrzeug ist 1940 als Militärfahrzeug in Sachsen gebaut worden. Deshalb habe ich es aber nicht gekauft und restauriert. Ich mag es vor allem aus rein ästhetischen Gründen“, sagt der Lausitzer. Eine Leistung von 62 PS hat das Cabrio, sechs Zylinder der Motor. Stilecht setzt sich Jürgen Hübner eine alte Chauffeursmütze auf, bevor es losgeht. „Ich bin in königlich-preußischen Diensten unterwegs“, scherzt er und begibt sich an den Start.

An dem steht Schirmherr Alexander von Bismarck und schwenkt die berühmte schwarz-weiß karierte Flagge, als sich die Autos auf die Strecke begeben. Manch ein Modell macht mit heulendem Motor besonders auf sich aufmerksam.

An das Wirken seines berühmten Vorfahrens Otto von Bismarck erinnernd, bietet die Streckenführung die Möglichkeit, die Region beiderseits der Elbe zu erkunden. So ist es auch das erklärte Ziel der Mitglieder der Nordwall Classic Garage, den Fahrern die Altmark als Gegend mit abwechslungsreicher Geschichte und Gegenwart zu zeigen.

Geht es zunächst nach Tangermünde, führt der Weg danach über die Elbe nach Havelberg. Per Fähre werden die Teilnehmer auf die andere Uferseite des Flusses gebracht. Über eine Runde im Osterburger Raum fahren die Starter nach Stendal zurück, um die Rallye abends im Schloss Döbbelin ausklingen zu lassen.

Ein Citroën 2CV, besser bekannt als „Ente“, war am Sonnabend auch am Start. Das Auto fiel nicht nur wegen der Farbe auf.
Ein Citroën 2CV, besser bekannt als „Ente“, war am Sonnabend auch am Start. Das Auto fiel nicht nur wegen der Farbe auf.
Foto: Antonius Wollmann
Jürgen Hübener aus Cottbus zeigte seinen Wanderer W24. Vor 90 Jahren verließ das Cabrio die Fabrikhallen.
Jürgen Hübener aus Cottbus zeigte seinen Wanderer W24. Vor 90 Jahren verließ das Cabrio die Fabrikhallen.
Foto: Antonius Wollmann