Klimaprotest

In Stendal droht Klimaaktivisten saftige Rechnung wegen des beschmierten Marktplatzes

Fridays for Future Stendal lassen Frist für erneute Reinigung des Marktplatzes in Stendal verstreichen

Von Antonius Wollmann
So sah der Marktplatz vor der Putzaktion von Fridays for Future aus. Die Farbe konnte nicht komplett entfernt werden. Archivfoto: Antonius Wollmann

Stendal

Der Stendaler Ortsgruppe der Klimabewegung Fridays for Future droht, die Reinigung des Marktplatzes bezahlen zu müssen. Eine von der Stadt eingeräumte Frist, um Farbreste auf dem Pflaster bis zum 30. April zu entfernen, ist ohne Resonanz verstrichen. Die Stadt hatte angekündigt, in diesem Falle eine Firma mit der Säuberung zu beauftragen und die Kosten in Höhe von mehreren Tausend Euro auf die Ortsgruppe umzulegen. Dies gilt auch für dabei eventuell entstehende Schäden im Pflaster.

Teilnehmer einer von Fridays for Future angemeldeten Demonstration hatten im März auf dem gesamten Marktplatz ihre Botschaften mit Sprühkreide hinterlassen. Die Farbe blieb länger haften als erwartet. Dies löste Missfallen bei Bürgern der Stadt und der Stadtverwaltung gleichermaßen hervor.

Stadt Stendal will Reinigung in Rechnung stellen

Eine im Nachgang von den Klimaaktivisten anberaumte Putzaktion verlief aus Sicht der Verwaltung jedoch nicht zufriedenstellend. Die Farbe schimmert stellenweise immer noch durch.

In einer am Freitag im sozialen Netzwerk Instagram veröffentlichten Stellungnahme begründet Fridays for Future Stendal, warum man darauf verzichtet hat, ein zweites Mal den Markt zu putzen: „Es ist von der Kreide nur so wenig zu sehen, dass jede weitere Reinigungsaktion sinnlos wäre.“ Die Farbe habe sich im letzten Monat größtenteils durch Regen und Sonne gelöst.

Stendaler Klimaaktivisten wollen nicht bezahlen

Dass die Gruppe für Reinigung aufkommen soll, könne man nicht nachvollziehen: „Die Versammlungsleitung war lediglich für die ordnungsgemäße Durchführung zuständig und kann nicht für die Verwendung der Kreidefarben von Teilnehmenden in Haftung genommen werden.“

Die Aktivisten zeigen sich aber auch selbstkritisch. Man habe unterschätzt, wie lange die Kreide sichtbar bleibt. Dafür entschuldige man sich. In der Zukunft wünschen sie sich weiterhin einen konstruktiven Austausch mit der Stadt.