Beschmierter Marktplatz

Stadt Stendal reißt nach missglückter Marktplatz-Reinigung der Geduldsfaden

Deutliche Kritik an Reinigung des Marktplatzes

Von Antonius Wollmann

Stendal. Die Spitzen der Stendaler Stadtverwaltung sind mit dem Ergebnis der Putzaktion der Initiative „Fridays for Future“ vom vergangenen Sonnabend nicht zufrieden. Die Klimaaktivisten hatten versucht, die Hinterlassenschaften einer Demonstration vom 19. März zu beseitigen, als sie großflächig ihre Botschaften auf das Pflaster des Marktplatzes gesprüht hatten.

Die Teilnehmer der regelmäßig stattfindenden Amtsleiter-Runde empfinden den Arbeitseinsatz allerdings als „nicht hinreichend, da nach wie vor sehr deutliche Farbreste der Sprühkreide zu sehen sind“, wie Stadtsprecher Armin Fischbach den Tenor der Beratung am Mittwoch zusammenfasste.

Stendaler beschweren sich über beschmierten Marktplatz

Unmut über den Zustand des Platzes hätten dabei auch weiterhin Stendaler Bürger formuliert. „Uns haben entsprechende E-Mails erreicht, auch beim Bürgermelder sind Beschwerden eingegangen“, berichtet Armin Fischbach. In der Zwischenzeit erstatteten die AfD-Stadträte Arno Bausemer und Kerstin Kurth Anzeige gegen unbekannt wegen Sachbeschädigung.

Offenbar stößt die Geduld Stadtverwaltung in der Sache an ihre Grenzen, nachdem in der Vorwoche noch von konstruktiven Gesprächen mit den Vertretern von Fridays for Future die Rede war. „Das städtische Ordnungsamt wird in Absprache mit dem Bauamt die Versammlungsleitung daher auffordern, die Farbreste innerhalb einer angemessenen Frist rückstandsfrei zu beseitigen“, sagt Armin Fischbach.

Andernfalls drohen Konsequenzen: „Sollte die Versammlungsleitung dem nicht nachkommen oder sollte ihr eine Reinigung misslingen, wird die Hansestadt Stendal weitere mögliche Schritte prüfen und einleiten.“ Wie schnell die erneute Säuberung des Platzes über die Bühne gehen muss, lässt Fischbach auf Nachfrage offen. „Mehrere Monate sollten bis dahin aber auf jeden Fall nicht vergehen“, so der Stadtsprecher.

Stendaler Klimaaktivisten in der Kritik

Die schärfere Tonlage mag der Tatsache geschuldet sein, dass in den zuständigen Ämtern die Befürchtung umgeht, dass die Reinigung des Granitpflasters aufweniger wird, als von den Fridays for Future-Mitgliedern kolportiert. Die waren davon ausgegangen, dass Wasser reicht, um die Reste der Sprühkreide zu entfernen. Zwei Einsätze des Bauhofs mit einem Hochdruckreiniger hatten laut Fischbach außerdem nahegelegt, dass die Fugen größeren Schaden davontragen könnten.

Zur neusten Entwicklung wollte sich die Gruppe Fridays for Future Stendal gegenüber der Volksstimme zunächst nicht äußern, da sie von der Stadtverwaltung zum Zeitpunkt der Anfrage noch nicht in Kenntnis gesetzt worden war. Als misslungen bewertet Gruppen-Mitglied Isabella Lang den Einsatz vom Wochenende jedoch ausdrücklich nicht. Nach ihrem Empfinden sei ein deutlicher Fortschritt erkennbar.