Friedhof

In Tangermünde wird das Sterben teurer

In der Kaiserstadt Tangermünde sollen ab 1. Juli die Friedhofsgebühren steigen. Sie sind seit sech Jahren unverändert gewesen.

Von Rudi-Michael Wienecke Aktualisiert: 14.05.2022, 00:11 • 13.05.2022, 15:27
Die Ablagefläche für Blumenschmuck von den Gemeinschaftsanlagen auf dem Tangermünder Friedhof.
Die Ablagefläche für Blumenschmuck von den Gemeinschaftsanlagen auf dem Tangermünder Friedhof. Foto: R.-M. Wienecke

Tangermünde - Alles wird teurer, auch das Sterben. Der Tangermünder Stadtrat soll am 25. Mai die neuen Friedhofsgebühren beschließen. Die ersten Befürworter haben sich schon zu Wort gemeldet.

Betroffen sind die Friedhöfe in Tangermünde und Buch. In den anderen Ortschaften der Einheitsgemeinde Tangermünde sind die Gräberfelder in kirchlicher Hand, die Kommune ist also nicht zuständig. Für die Änderungen stimmten bereits Sozial- und Hauptausschuss.

Die Differenzen zu den bisherigen Belastungen sind teilweise erheblich. Koste beispielsweise die Bestattung in der Sarggemeinschaftsanlage mit Grabplatte bisher 951 Euro, sind nach Inkrafttreten der neuen Satzung, am 1. Juli, 516 Euro mehr zu zahlen. Die Urnengrabstätte soll statt aktuell 423 Euro künftig 774 Euro kosten. Des Weiteren werden Gebühren erhoben, die es bisher noch nicht gab. Beispiel ist die sogenannte Urnenbeisetzungsgenehmigung für 14 Euro. Weitere ausgewählte Kosten entnehmen Sie bitte der Übersicht.

Laut Sachgebietsleiterin Sabrina Fengler wurde als Kalkulationsgrundlage das sogenannte Kölner Modell gewählt. Dieses gleiche das bisherige Ungleichgewicht zwischen Sarg- und Urnenbestattung aus. Der Einfluss der Grabgröße auf die Gebührenhöhe wurde gemindert.

Stadt Tangermünde beklagt 60.000 Euro Verlust

Dabei haben die Tangermünder und Bucher noch Glück, dass sie als Hinterbliebene nicht schon früher nach einem Sterbefall stärker zur Kasse gebeten wurden. Wie Fengler erklärte, müssen die Kosten per Gesetz nämlich aller drei Jahre neu kalkuliert werden. Die nun auslaufende Tangermünder Satzung stamme hingegen bereits aus dem Jahr 2016.

Vor nun mittlerweile sechs Jahren wurde auch beschlossen, dass die Stadt nicht alle anfallenden Belastungen auf die Bürger umlegt, sondern diese mit 30 Prozent bezuschusst. Diese Regelung solle es auch künftig geben. Allein im Jahr 2019 machte die Kommune mit ihren beiden Friedhöfen über 60.000 Euro Verlust.

Diskutiert wurde im Sozialausschuss über neue Regelungen zu den Gemeinschaftsanlagen mit Grabplatte. So sah die ursprüngliche Beschlussvorlage der Verwaltung vor, dass der Blumenschmuck bereits eine Woche nach der Beisetzung von der Urnengemeinschaftsanlage, sowie der Sarggemeinschaftsanlage zu entfernen und auf der dafür vorgesehenen Fläche abzulegen ist. Dieser Zeitraum soll nun zwei Wochen betragen.