Stendal l Das gute alte Schwarze Brett hat bei der Stendaler Wohnungsbaugesellschaft (SWG) endgültig ausgedient. Der Großvermieter hat mittlerweile 54 Monitore in Hausfluren aufgehängt, um so die Mieter aktuell informieren zu können.

„Wir sind das erste kommunale Unternehmen in Sachsen-Anhalt, das so etwas anbieten kann“, sagte SWG-Geschäftsführer Daniel Jircik am Montag bei der Eröffnung. Zusammen mit Landrat Carsten Wulfänger (CDU) zog er im Hausflur des SWG-Hauses in der Alfred-Brehm-Straße 1a ein Tuch von dem Monitor.

32 Projekte im Landkreis gefördert

Insgesamt hat die SWG bislang rund 150.000 Euro für das Projekt ausgegeben, der Landkreis hat dabei die Hälfte aus dem Bundesprogramm Landaufschwung beigesteuert. Nach Angaben von Wulfänger stehen dem Landkreis als Modellregion rund 2,7 Millionen Euro zur Verfügung, die „relativ frei“ an Partner vergeben werden können. Es sollen Defizite im ländlichen Bereich ausgeglichen werden. Bisher wurden bereits 32 Projekte bewilligt. Ein anderes ist der regionale Online-Marktplatz „Hallo Altmark“. Im Landkreis Stendal werde sich bei der Förderung zum einen auf die Verbesserung der Siedlungsstruktur sowie andererseits auf die Digitalisierung konzen­triert, sagte der Landrat. Das Projekt bei der SWG falle in den zweiten Bereich.

Daniel Jircik erläuterte, dass auf den Monitoren nicht nur die klassischen Informationen wie der letzte Reinigungstermin im Hausflur oder eine Wartung durch den Hausmeister vermerkt werden, sondern auch aktuelle Nachrichten und das Wetter laufen.

Steuerung funktioniert über Internetleitung

„Es können sogar Videos abgespielt werden“, sagte Jircik. Es könne dort Eigenwerbung der SWG genauso gut laufen wie die von Werbepartnern. Es sei durchaus beabsichtigt, Werbeeinnahmen zu generieren, um weitere Monitore anschaffen zu können. Um alle Hausflure der SWG und auch des Studentenwohnheims mit Bildschirmen auszustatten, seien rund 300 Geräte erforderlich, sagte der Geschäftsführer. Die SWG habe etwa 75 Häuser mit jeweils vier Aufgängen. Nach und nach sollen weitere Geräte installiert werden.

Das digitale Informationssystem läuft über das Internet, erläuterte Jircik. Alle 54 Monitore können individuell mit Informationen ausgestattet werden. „Das kann ich von meinem Büro aus sehen, was da jeweils angezeigt wird“, sagt Jircik.

Die Geräte an sich seien sehr robust. Die Oberfläche könne nicht so schnell zerkratzt werden. Der Geschäftsführer weist ausdrücklich darauf hin, dass die kameraähnlichen Linsen am Rahmen der Monitore keine Überwachungskameras sind, sondern nur Bewegungsmelder.