Stendal l Der Landtagsabgeordnete Wulf Gallert (Die Linke) bekräftigt seine Forderung nach der Einrichtung eines „Schwimmbadfonds“ zur Finanzierung der kommunalen Schwimmbäder. In einer Pressemitteilung verweist er auf Sanierungsstau von 4,4 Millionen Euro allein im Landkreis Stendal. Die Zahl basiert auf einer Erhebung des Städte-und Gemeindebundes aus dem Jahre 2019. Doch ist die Summe noch aktuell?

Der Löwenanteil fällt demnach auf das Seehausener Waldbald und die beiden Freibäder der Einheitsgemeinde Tangerhütte. Drei Millionen Euro müssten laut Städte-und Gemeindebund in die drei Einrichtungen investiert werden. Nicht viel besser sieht es in Bismark (750.000 Euro für das Freibad Kolk und das Waldschwimmbad Möllenbeck) und in der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck (500.000 Euro für das Waldbad Wischer und das Freibad Werben) aus. Im Stendaler Freizeitbad Altoa werden die nötigen Investitionen in die Außenanlangen auf 150.000 Euro taxiert. Altoa-Geschäftsführer Marcus Schreiber schränkt auf Nachfrage der Volksstimme die Einschätzung des Städte-und Gemeindebundes ein wenig ein. Auf die gesamte Anlage bezogen, sei die Summe realistisch. In die Außenanlagen müssten in den nächsten Jahren allerdings nur 5000 bis 10.000 Euro investiert werden.

Schwimmbäder sind ein Zuschussgeschäft

„Der Investitionsbedarf wird mittelfristig steigen. Unser Bad ist ja auch schon 20 Jahre alt“, schätzt Schreiber ein. Doch sei das Altoa weit von einem maroden Zustand entfernt. Den von der Linkspartei angeregten „Schwimmbadfonds“ unterstützt er, „schließlich ist der Betrieb eines Schwimmbades immer ein Zuschussgeschäft für die Gemeinden.“

Ein Stück weit entspannt hat sich die Situation in der Einheitsgemeinde Bismark. Im April wurde Fördergeld in Höhe von 170.000 Euro für das Waldbald Möllenbeck bewilligt. Die Summe stammt aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds zur Entwicklung des ländlichen Raums (ELER). In die Sanierung des Außenbereiches und des Beckens flossen insgesamt 235.000 Euro.

Seehausen braucht Fördergeld

Im Norden des Landkreises sieht es dagegen schlechter aus. In Seehausen hofft man immer noch darauf, Fördergeld für das in die Jahre gekommene Waldbad aufzutreiben. Eine aufwendige Erneuerung des Beckens ist dringend vonnöten. Etwa 1,5 Millionen Euro kostet die Maßnahme. Von der Verbandsgemeinde sei diese Summe nicht zu stemmen, heißt es aus der Verwaltung auf Nachfrage der Volksstimme. Ein Fördermittelantrag beim Innenministerium war zuletzt nicht von Erfolg gekrönt.

Die Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck bestätigte den vom Städte-und Gemeindebund ermittelten Investitionsbedarf. Eine Anfrage an die Stadt Tangerhütte blieb unbeantwortet, weil Bürgermeister Andreas Brohm im Urlaub weilt.