Stendal l Es war eine schwungvolle Rede, die Elimar Brandt gestern nachmittag hielt. Die Borghardt-Stiftung feierte ihren 143. Geburtstag. „Ein stolzes Alter“, wie der Vorstand festhielt: „Wenn man so alt wird, darf man auch mal zwei Tage feiern!“

Nachdem am Donnerstag bereits losgelegt wurde, fanden die Feierlichkeiten am Freitag ihren Höhepunkt. Viele Bewohner, Betreuer und Angehörige fanden sich zur Rede von Brandt ein. Der begrüßte alle Gäste, die noch nach und nach das Festzelt betraten, mit einem launigen Spruch. Brandt erzählte nicht nur über die Anfänge der Stiftung, über den Stendaler Gründer, der sich zum Ziel gesetzt hatte, den Kindern der Stadt einen Ort zu geben, an dem sie sich geborgen fühlen konnten, wenn ihre Eltern arbeiten mussten.

Kita und Hort im Januar 2019 fertig

Er spannte den Bogen zur jüngeren Geschichte, präsentierte stolz den riesigen Schlüssel, der der Stiftung zur Einweihung der neu gebauten Gebäude vor zwanzig Jahren überreicht wurde. „Zum Glück muss ich den nicht an meinen Schlüsselbund nehmen“, scherzte Brandt. Die Zukunft spielte am Freitag jedoch eine ebenso große Rolle wie die Vergangenheit. Zwei neue Gebäude sollen auf dem Areal in der Osterburger Straße Platz finden, ein Hort und eine neue Kita, mit jeweils 30 Plätzen. Die Bauarbeiten dafür haben schon begonnen, zum Jahresbeginn 2019 sollen sie eingeweiht werden.

Die Stiftung war auch außerhalb Stendals nicht untätig. Die evangelische Kita „Lindenbaum“ in Osterburg wird ab dem 1. Juli offiziell zur Borghardt-Stiftung gehören. „Das ist zur Zeit eine sehr kleine Kita. Wir wollen dort Platz für 60 Kinder schaffen“, sagte Brandt.

Zirkusprogramm und Kremserfahrt

Seine Rede unterbrach er immer wieder für einige Programmeinlagen. Mal sangen und tanzten die Kinder der Kita „Abenteuerland“, mal der Chor der Bewohner. Die hatten im Anschluss noch einen ganz besonderen Programmpunkt vorbereitet: Gemeinsam mit dem Zirkus hatten sie ein Programm einstudiert, dass sie ihren Gästen präsentierten. Außerdem gab es einen kleinen Trödelmarkt, Dosenwerfen und sogar eine Kremserfahrt im Angebot.

Die Borghardt-Stiftung war übrigens nicht die einzige Jubilarin. Ingrid Kühnel, Bewohnerin des Hauses, feierte ihren 55. Geburtstag. Elimar Brandt ließ sich eine persönliche Gratulation nicht nehmen.