Tangerhütte l Die Idee für ein „elternunabhängiges Mobilitätskonzept“ für Kinder und Jugendliche im ländlichen Raum Tangerhütte gibt es seit der Kinder- und Jugendkonferenz im November 2019. Jetzt nimmt das Ganze im Rahmen des Pilotprojekts „FahrMit“ über das Förderprogramm „Landmobil“ des Bundesprogramms Ländliche Entwicklung Gestalt an. In diesem Programm ist das Tangerhütter eines von 41 bundesweit umzusetzenden Projekten, koordiniert vom Verein „KinderStärken“.

20 Jugendliche für "#FahrMit"

Ein erster Aufschlag dazu fand jetzt in Tangerhütte statt, die ersten sieben Workshops mit 20 Jugendlichen in Kehnert, Ringfurth, Lüderitz und Tangerhütte habe es schon gegeben, informiert Projektbetreuerin Juliane Taube vom Verein „KinderStärken“. Seit Juni begleitet sie das Projekt und hat in den kommenden zweieinhalb Jahren damit noch einiges vor. Erst nach weiteren Workshops wird sich herauskristallisieren, wo die Reise genau hingehen soll. Die Idee ist, die Vereinbarkeit von Beruf und weiten Wegen mit den (oft per Fahrgemeinschaft realisierten) Freizeitangeboten für Kinder auch auf dem Land zu erreichen.

Juliane Taube triff die Jugendlichen in verschiedensten Einrichtungen, in Schulen, bei der Feuerwehr oder in Vereinen. Dort werden Gespräche über den aktuellen Zustand der Freizeitgestaltung geführt, Fragen wie „Was macht ihr in eurer Freizeit? Mit wem könnt ihr euch treffen? Wie verabredet ihr euch - Whats App / Facetime...? Wie seit ihr unterwegs? Mit euren Eltern? Eltern von Freunden? Fahrrad?“ werden besprochen und am Ende auch immer Wünsche zusammengetragen. Aus diesen Kontakten soll sich ein Mobilitätsnetzwerk für die Region etablieren, erklärt die Projektkoordinatorin.

Jugendliche wünschen sich Regelmäßigkeit

Bis jetzt lasse sich feststellen, dass sich Jugendliche Regelmäßigkeit etwas wünschen, worauf sie sich verlassen können, auch wenn es nur zweimal in der Woche geht. „Hauptsache raus und mal was anderes sehen, war eine Aussage von vielen“, fasst Juliane Taube zusammen. Andere würden gerne am Wochenende mobiler sein, gerade wenn sie das Alter erreichen in dem sie auch mal „feiern“ wollen. Ihnen ist wichtig, dass sie ihre Eltern nicht ständig fragen müssen.

Gerade Freunde treffen und zusammen was machen ist nur mit den Kindern/Jugendlichen möglich, die entweder direkt im Dorf wohnen oder im Nachbardorf. Das ist eine der wichtigsten Aussagen der Jugendlichen - „wir möchten unsere Freunde sehen, mit ihnen auch mal in der Woche was machen, ins Freibad oder so“, zitiert Juliane Taube sie indirekt. Hinzu kommen die zum Teil sehr langen Schulwege, die Kontakte zu den Freunden in der Freizeit schwierig machen. Für manchen ist auch das Thema Führerschein ein schwieriges. Entweder fehlt Geld dafür oder für ein Fahrzeug. Auch zu den Terminen der Fahrschule zu kommen ist oft eine Hürde. Das Thema „Mobilität“ und wie diese im ländlichen Raum verbessert werden kann, verbindet alle 32 Ortschaften der Einheitsgemeinde Tangerhütte. Dies nahm die Einheitsgemeinde und der Verein „KinderStärken“ aus Stendal zum Anlass das Projekt „#FahrMit“ ins Leben zu rufen.

Ideen von Carsharing bis Mitfahrgelegenheiten

Es ist eines von bundesweit 41 Projekten, die in der Fördermaßnahme „LandMobil – unterwegs in ländlichen Räumen“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft berücksichtigt wurden. Ziel ist es, ländliche Regionen als attraktive Wirtschafts- und Lebensräume zu erhalten.

Aus bestehenden Netzwerken der Jugendarbeit heraus und durch Kontakte zu Schulen konnten erste Kontakte zu Jugendlichen hergestellt werden. Das so entstehende Netzwerk aus Kindern und Jugendlichen soll gemeinsam mit der Projektkoordination ein Mobilitätskonzept zu „CarSharing“ und Mitfahrgelegenheiten erarbeiten. Dabei gilt es auch zu klären, welche Haltestellen das „#FahrMit“-Mobil (angedacht ist ein Kleinbus) anfahren soll und über welche Plattform Verabredungen zum Mitfahren getroffen werden können.

Zudem müssen damit einhergehende Sicherheits- und Versicherungsfragen besprochen werden. Für das Pilotprojekt würden nach wie vor auch weitere engagierte „Mobilitäts-Problemlöser(innen)“ in Gestalt von Jugendlichen, aber auch interessierten Eltern gesucht, erklärt Juliane Taube.

 

Kontakt ist möglich unter Tel. 0177/2980357 oder per E-Mail: Juliane.taube@kinderstaerken-ev.de.