Wirtschaft

Junge Unternehmer in der Altmark: Wirtschaftsjunioren aus Mitteldeutschland knüpfen in Stendal weiter an ihrem Netzwerk

Um ein Jahr verschoben und im Programm etwas verkleinert, dennoch mit großem Erfolg – so ist die Mirko, die Mitteldeutsche Regionalkonfererenz der Wirtschaftsjunioren, auf dem Flugplatz Borstel über die Bühne gegangen. In Stendal trafen sich junge Unternehmer, Selbstständige und angestellte Führungskräfte zum Austausch. Gastgeber waren die Wirtschaftsjunioren Altmark, die mit vielen Aktionen ihre Heimat präsentierten.

Von Donald Lyko
Sich kennenlernen, miteinander ins Gespräch kommen – das geht ganz gut bei gemeinsamer Spaß- und Sportaktivität. Dafür gab es während der Regionalkonferenz auf dem Borsteler Flugplatz mehrere Angebote, darunter die Kicker.
Sich kennenlernen, miteinander ins Gespräch kommen – das geht ganz gut bei gemeinsamer Spaß- und Sportaktivität. Dafür gab es während der Regionalkonferenz auf dem Borsteler Flugplatz mehrere Angebote, darunter die Kicker. Foto: Donald Lyko

Stendal - Grüne und blaue Liegestühle im Halbrund aufgestellt, Loungebereiche mit trendigen Paletten-Sitzmöbeln, Strohballen, Spaßaktivitäten, Infostände – es herrschte Festivalstimmung auf dem Areal vor dem Flugplatz-Hangar. Einerseits, um die Abstandsregeln einhalten zu können, vor allem aber, damit die Teilnehmer in lockerer Atmosphäre miteinander ins Gespräch kommen konnten. Denn genau darum geht es bei den jährlichen Mirkos.

„Das Netzwerken steht im Mittelpunkt“, sagt Marcus Schubert aus Stendal, seit 2016 Mitglied der Wirtschaftsjunioren Altmark und Inhaber einer Werbeagentur. Etwas später im Gespräch spricht er davon, dass man sich von Jahr zu Jahr aufs Wiedersehen mit den alten Bekannten freut, „dass wir eine kleine Familie sind“. Heißt: Man kennt sich, man hilft sich. „Dann kann man jemanden auch mal beruflich anrufen und eine Frage stellen, ohne das gleich eine Rechnung gestellt wird.“

Altmarkstädte als Namenspaten für die Aktionsbereiche

Das gilt im Kleinen auch für die Wirtschaftsjunioren Altmark. Die hatten sich für 2020 erfolgreich für die Mirko-Ausrichtung beworben und für drei Tage ein tolles Programm gestrickt, um den Gästen vor allem aus Brandenburg, Berlin, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt die Altmark vorzustellen. Wegen Corona fiel die Mirko im vorigen Jahr aus, in diesem Jahr war zumindest eine kleine Ausgabe möglich.

Um Abstand halten zu können, vor allem aber als Rahmen für einen zwanglosen Austausch, hatten die Gastgeber eine Festivalwiese hergerichtet.
Um Abstand halten zu können, vor allem aber als Rahmen für einen zwanglosen Austausch, hatten die Gastgeber eine Festivalwiese hergerichtet.
Foto: Donald Lyko

Weil Touren in die Region nicht machbar waren, holten die Gastgeber die Altmark ganz einfach nach Stendal. Mit Ortstafeln waren die einzelnen Bereiche ausgewiesen worden. Stendal stand Namenspate für das Testzentrum am Fuße des Towers, Bismark für die Shuttle-Haltestelle, Havelberg für den Startpunkt der Rundflüge, Werben für den Bereich der Spaß-Aktivitäten. In Tangermünde gab es Eis, von Osterburg aus ging das PS-starke Renntaxi von MHM Motorsport auf die Piste. In die Ortsliste hatte es sogar ein kleines Dorf geschafft: Der Bismarker Ortsteil Poritz – das Schild stand vor den Toiletten. Gebündelt konnten die Teilnehmer Informationen über die Altmark und deren Städte in einem sehr kurzweilig-informativen Programmheft mitnehmen, als Geschenk gab es zudem für jeden das Buch „In the middle of nüscht“.

In puncto Regionalwerbung ist die Mission Mirko 2021 gelungen: „Viele waren das erste Mal in der Altmark, und die Reaktionen waren durchweg positiv“, fasste Marcus Schubert seine Gespräche zusammen. Nach einem Stadtrundgang durch Stendals Innenstadt hätten viele geschwärmt, wie schön es hier ist. „Das hatten sie so nicht erwartet“, sagt der Wirtschaftsjunior. Ziel erreicht, denn neben dem Netzwerken geht es darum, dass die Gastgeber ihre Heimat vorstellen und zeigen, was sie kann und man hier schafft.

Adrenalinschub gewünscht? Den gab es im Renntaxi von MHM Motorsport, das über die Flugplatzpiste raste.
Adrenalinschub gewünscht? Den gab es im Renntaxi von MHM Motorsport, das über die Flugplatzpiste raste.
Foto: Donald Lyko

Vielleicht gibt es schon im nächsten Jahr ein Wiedersehen in Stendal, denn Matthias Neumann, Leiter des Organisationsbüros für den Sachsen-Anhalt-Tag 2022 in Stendal, nutzte die Regionalkonferenz, um dafür kräftig die Werbetrommel zu rühren. Er hatte auf der Festivalwiese seinen Stand, dort präsentierten sich Unternehmen, gab es Sport- und Spielangebote.

Moderatorin Lina van de Mars sprang kurzfristig als Rednerin ein

In der Mittagspause sorgte die Band Nobody Knows für Unterhaltung, drei Vorträge standen auf dem Programm. Titus Dittmann, der in den 1970er Jahren das Skateboard nach Deutschland gebracht hatte, musste kurzfristig absagen, dafür sprang als Hauptrednerin die Motorsportlerin und TV-Moderatorin Lina van de Mars ein. Über große Bildschirme in den Loungebereichen konnten die Gäste in corona-konformem Abstand außerdem zuhören, was SCM-Geschäftsführer Marc-Henrik Schmedt, André Stallbaum vom Stendaler Scheunenladen und Versicherungsfachfrau Desiree Jaschinski zu sagen hatten. Der Tag klang mit einem Galaabend in einem der festlich eingerichteten Hangars aus, auch der eine Werbung für die Gastgeberregion.

2022 treffen sich die Wirtschaftsjunioren aus Mitteldeutschland in Dresden. Dann lernen die jungen Unternehmer, Selbstständigen und angestellten Führungskräfte, die nicht älter als 40 Jahre sind, wieder eine neue Stadt kennen und knüpfen weiter am Netzwerk.

Die einzelnen Aktionsräume waren nach Altmarkstädten benannt.
Die einzelnen Aktionsräume waren nach Altmarkstädten benannt.
Foto: Donald Lyko