Stendal l Trotz Improvisation und Regenschauer – die Freude beim Richtfest für die Kita „Spatzennetz“ ist groß. Ob die künftigen Nutzer des Neubaus am Park in Uenglingen, die Landfrauen aus dem Stendaler Ortsteil, die das Buffet mit vorbereiteten, oder die offiziellen Vertreter aus Politik und Verwaltung – sie allen nutzten am Mittwoch die Möglichkeit, sich davon zu überzeugen, dass bald ein lang ersehnter Traum in Erfüllung geht. „Und ein harter Kampf ein gutes Ende findet“, betont Harriet Tüngler.

Die langjährige Ortsbürgermeisterin gehörte mit den Stadträten Jürgen Schlaffke und Björn Dahlke (beide SPD/Grüne/Ortsteile-Fraktion) zu den Gästen, die sich noch gut an die mühevolle Überzeugung des Stadtrats erinnerten. Doch das sei Geschichte, „ich bin glücklich, dass die Kindertagesstätte bald fertig ist“, sagt Harriet Tüngler, während ihr Nachfolger, Ortsbürgermeister Martin Ritzmann (SPD), von einem „herrlichen Tag“ spricht und die Verbesserung für die Spatzennest-Kinder samt ihrer Erzieher hervorhebt.

Kosten rund 1,3 Millionen Euro

Die 33 Mädchen und Jungen werden in einem umgebauten kleinen Wohnhaus an der Hauptstraße in Uenglingen betreut. Lärmbelastung ist an der Tagesordnung, die mit der Fertigstellung der A 14 zunehmen wird. „Deshalb freuen wir uns riesig auf unser neues Haus in einer so ruhigen Lage“, sagt Kita-Leiterin Andrea Stoppok. Das neue „Spatzennest“ in Uenglingen bietet 40 Kindern Platz, liegt am Ortsrand und schließt einen Teil des angrenzenden Parkgeländes für die Spielfläche ein. Eltern können bequem und sicher ihre Kinder bringen und abholen.

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Sie müssen sich jedoch gedulden. Wie Stendals Bauamtsleiter Georg Wilhelm Westrum mitteilt, sei der Einzug für Mai 2020 geplant. „Leider wird‘s auch teurer.“ Die für den 420 Quadratmeter großen Flachbau kalkulierten 1,1 Millionen Euro, inklusive 942.000 Euro aus dem Stark-V-Förderprogramm, reichen nicht. Zurzeit liege das Projekt mit 265.000 Euro drüber, wobei die Gewerke Bodenbelag und Fliesen noch in der Ausschreibung sind. Als Grund für die Verteuerung nennt Westrum gestiegene Baupreise.

Stark-V-Fördertopf leer

Andererseits hat der Aushub für das Fundament mehr Kosten als geplant verursacht, sagt Bauleiter Torsten Hofer gegenüber der Volksstimme. „Die Probleme im Erdreich wurden erst mit dem Abriss des alten Gebäudes sichtbar, wie beispielsweise Bodenbeschaffenheit und sehr tief liegende Versorgungsleitungen. Zeitlich liege der Bau eine Woche im Verzug, „wobei wir noch genügend Puffer haben“, sagt der Mitarbeiter des Architektur- und Ingenieurbüros Richter.

Zeitlich im Verzug waren zum Richtfest die Dachdecker, spontan sprang der Bauamtsleiter der Stadt Stendal ein. Mit wenigen Hammerschlägen versenkte Georg Wilhelm Westrum den Nagel im Gebälk und wünschte für die Vollendung bestes Gelingen. Das neue „Spatzennest“ ist das letzte Projekt, das die Hansestadt aus ihrem zugewiesenen Stark-V-Fördertopf mit finanziert. Für die 3,355 Millionen Euro wurden Straßen und die Kita „Märchenland“ saniert, 942.000 Euro fließen nun in den Kita-Neubau.