Tangermünde/Havelberg l Die KMG Kliniken SE trennen sich von sechs ihrer bislang zehn Pflegeheimen, darunter auch von jenem in Tangermünde. Käuferin sei die Curata-Gruppe aus Berlin, teilte KMG-Sprecher Franz Christian Meier gestern am frühen Abend mit.

Einen Tag nach der offiziellen Schließung des von KMG betriebenen Krankenhauses in Havelberg begründete Meier den Verkauf der sechs Pflegeheime – neben der Tangermünder Einrichtungen sind Heime in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Thüringen betroffen – mit einem Strategiewechsel. Demnach wolle sich KMG „noch stärker auf den Akutkrankenhaus-Sektor konzentrieren“. Und KMG-Vorstandschef Stefan Eschmann lässt sich mit den Worten zitieren: „Wir sind sehr erfahren im Profilieren von Kliniken durch hervorragende Medizin in Flächenländern.“

Widerspruch zur Schließung in Havelberg

Dieser Begründung widerspricht jedoch das Geschehen in Havelberg: Dort nämlich will die in Bad Wilsnack ansässige KMG nach dem Ende des Akutkrankenhauses ein Pflegeheim einrichten. Dagegen hält der Landkreis Stendal an seinem prinzipiellen Wunsch fest, für Havelberg eine Krankenhaus-Versorgung aufrecht zu erhalten. Am 24. September wird der Kreistag erneut beraten, wobei derzeit die Johanniter als Betreiber des Stendaler Klinikums als einziger„Kandidat“ in Frage kommen (wir berichteten). Unklar ist indes, ob KMG das Gebäude in Havelberg dafür überhaupt verkauft.