Wohnen

Kontaktlos zur neuen Bleibe: Stendaler Wohnungsbaugesellschaft bietet neuen Mietern einen 24-Stunden-Check-in an

Von Donald Lyko
Astrid Grossert, Leiterin Kundenbetreuung, und SWG-Chef Daniel Jircik präsentieren die Check-in-Boxen für die Schlüsselübergabe. Foto: Donald Lyko

Stendal. Da sitzt eine junge Frau in Mannheim, die demnächst in Stendal studieren wird, oder ein Ingenieur in Rostock, der wegen seiner Arbeit eine Bleibe in Stendal sucht. Termine für Wohnungsbesichtigungen finden und vereinbaren, dafür extra anreisen, bei Einigung den Mietvertrag per Post hin- und herschicken, den nächsten Termin für die Schlüsselübergabe vereinbaren... Das übliche Prozedere ist etwas aus der Zeit gekommen. „Das haben wir aber nicht erst während der Corona-Zeit festgestellt“, sagt SWG-Chef Daniel Jircik.

Darum hatte das Wohnungsunternehmen schon vor einiger Zeit damit begonnen, einige der genannten Schritte zu digitalisieren. Das Ergebnis jetzt: Die Neuvermietung von Wohnungen kann inzwischen vollständig digital erfolgen. Im Schnitt fallen pro Monat 40 Neuvermietungen an.

Vom Sofa aus die neue Wohnung am Bildschirm anschauen

Im ersten Schritt hatte die SWG damit angefangen, dreidimensionale Aufnahmen der freien Wohnungen zu erstellen. Diese finden Suchende auf der Internetseite der SWG und auf mehreren Immobilien-Plattformen. „So kann jeder bequem vom Sofa aus seine künftige Wohnung am Laptop, Smartphone oder Tablet anschauen, wann immer er will“, erklärt Jircik. Das spare nicht nur Zeit und Wege, sondern reduziere in der Corona-Zeit die Kontakte. In den kommenden Wochen sollen nach und nach alle vermietbaren SWG-Wohnungen gefilmt werden.

Möchte der Interessent die Wohnung haben, kann er künftig den Mietvertrag elektronisch zugeschickt bekommen und direkt am Bildschirm unterschreiben. Zur Sicherheit gibt es dafür einen Code. Der Vorteil: Es wird wieder Zeit gespart, zudem kann die Post nicht verloren gehen.

Als „das wirklich Innovative“ stellt Daniel Jircik das neue 24-Stunden-Check-in-Angebot vor. An der Einfahrt zum SWG-Grundstück an der Weberstraße steht ein Kasten mit zehn Fächern, jedes mit einem Zahlencode gesichert. Darin werden nach Absprache die Wohnungsschlüssel hinterlegt. Der Neu-Mieter kann sich zu jeder Zeit den Schlüssel herausnehmen, auch außerhalb der Geschäftszeiten des Vermieters. Die SWG hat sich dabei von Hotels inspirieren lassen, die für die Nachtstunden diesen Service anbieten, wenn die Rezeption nicht besetzt ist. Die Unterlagen für die Wohnung liegen nicht im Fach, sondern in der Wohnung bereit. Auch das Namensschild ist bis dahin am Briefkasten angebracht.

„Wenn gewünscht, gibt es aber weiterhin eine persönliche Wohnungsübergabe“, verspricht Daniel Jircik.