Neubau für Stendaler Krankenhaus

Krankenhaus-Neubau in Stendal droht Endlos-Baustelle zu werden

Vier Jahre Bauzeit und nur ein vages Ende in Sicht: Der Neubau am Johanniter-Krankenhaus Stendal kann noch nicht bezogen werden. Schon mehrfach ist Einweihung verschoben worden.

Von Antonius Wollmann
Der Neubau des Stendaler  Krankenhauses (Bildhintergrund) sieht schon schick aus, ist aber noch nicht bezogen. Womöglich kann Ende des Jahres die Einweihung gefeiert werden.
Der Neubau des Stendaler Krankenhauses (Bildhintergrund) sieht schon schick aus, ist aber noch nicht bezogen. Womöglich kann Ende des Jahres die Einweihung gefeiert werden. Foto: Antonius Wollmann

Stendal

Die Inbetriebnahme des Krankenhaus-Neubaus in Stendal verschiebt sich erneut um mehrere Monate. Nachdem im vergangenen Sommer noch die Rede davon war, den neuen Klinikkomplex im Mai dieses Jahres einzuweihen, ist Michael Schmidt, Direktor des Johanniter-Krankenhauses, nun davon abgerückt.

Auf Anfrage der Volksstimme bestätigt er, dass die Fertigstellung weiter auf sich warten lässt. Auf einen neuen Termin möchte er sich nicht festlegen. Recht vage verweist er auf das vierte Quartal, also das Jahresende. Grund für die Verzögerung sei die Anstrengung einer Vergaberüge durch ein Stendaler Bauunternehmen Ende des vergangenen Jahres. „Eine Firma, die bei der Vergabe für die Außenanlagen nicht berücksichtigt wurde, hat geklagt“, berichtet Schmidt.

Baustopp am Krankenhaus-Neubau führte zu Verzögerungen

Zwar sei das Verfahren zugunsten des Johanniter-Krankenhauses ausgegangen, doch habe der Rechtsstreit den Fortgang der Arbeiten erheblich behindert und um Monate zurückgeworfen, so der Klinikdirektor. Immerhin scheinen die Arbeiten in und an dem Gebäude weitgehend abgeschlossen.

Auf der To-Do-Liste stehen laut Johanniter-Pressesprecherin Claudia Klupsch nur noch die abschließenden Tätigkeiten an den Außenanlagen. Heißt konkret: Zufahrten und Feuerwehrzugänge müssen noch geschaffen werden. Dazu kommen Bepflanzungen. Noch nicht vollständig gelegt sind Abwasserleitungen und Regenwasserableitungen. Dies trifft ebenfalls auf Stromkabel, Gasleitungen und Datenleitungen zu. Dass die Einweihung zum wiederholten Male verschoben wird, passt indes ins Bild. Bislang ist das Vorhaben alles andere als ein Erfolgsprojekt. Es scheint schlechte Nachrichten geradezu anzuziehen.

Nachdem im Jahr 2017 mit dem Bau begonnen worden war, erfolgte Anfang 2019 ein Baustopp. Mehrere Monate ging nichts mehr. Ein Planungsbüro hatte damals die Zusammenarbeit einseitig gekündigt. In der Folge mussten Versorgungsleitungen für Trinkwasser, Heizung, Lüftung, Sanitär und für medizinische Gase neu verlegt werden. Die Klinikleitung kassierte deshalb den avisierten Eröffnungstermin im Frühjahr 2020 und hoffte, Ende 2020 an den Start zu gehen.

Corona-Pandemie sorgte für Lieferschwierigkeiten

Doch dann wirkte sich die Corona-Pandemie nicht unbedingt förderlich auf den Fortgang aus. Lieferschwierigkeiten traten auf, Arbeitskräfte aus dem Ausland durften nicht einreisen. Im Mai 2021 sollte schließlich der Bezug des Neubaus erfolgen, aus den oben genannten Gründen wurde dieses Ziel jedoch nicht erreicht.

Im Falle der Fertigstellung werden die Frauen- und Kinderklinik mit dem Kreißsaal, der Wochenstation sowie der Neonatologie und der Pädiatrie vom Standort an der Bahnhofstraße an die Wendtstraße verlagert. In den Neubau ziehen dazu allgemeine Pflegestationen, die Intensivstation, der Bereich für die Herzkatheter-Untersuchungen und die Digitale Substraktionsangiographie. Die Kosten für den Bau stehen noch nicht fest, vor dem Start war von 35 Millionen Euro die Rede.