Stendal l Groß war die Freude am Sonntagnachmittag bei der Filmprojektgruppe der Kunstplatte. In der Kategorie „Die jungen Teams“ ging der mit 500 Euro dotierte Jugendvideopreis Sachsen-Anhalt an den Film „Mensch ärgere dich nicht“. „Wir sind total sprachlos und glücklich“, sagte Projektleiterin Franziska Bartsch gestern gegenüber der Volksstimme. Bei der Verleihung im Magdeburger Schauspielhaus hatte die Medienpädagogin gesagt, dass sie hofft, dass das Projekt weiterbestehen wird. Weil der Landkreis die Mittel gekürzt hat, ist die Finanzierung gefährdet (Volksstimme berichtete).

Der dreiminütige Film wurde in den Osterferien auf dem Hof von Franziska Bartsch in Mahlwinkel und im angrenzenden Wald gedreht. Am Filmworkshop der Stendaler Kunstplatte waren elf Mädchen im Alter zwischen 10 und 14 Jahren beteiligt. Gemeinsam entwickelten sie die Idee, schrieben das Drehbuch und setzten den Film um. „Ziel des Workshops ist es auch, die Kinder an die Technik bis hin zum Schneiden heranzuführen“, erklärte Bartsch. So waren einige Teilnehmer auch beim letzten Schliff noch mit dabei.

Schon 2016 nominiert

Die Jury lobte vor allem die originelle Idee, nämlich das wohl bekannteste Brettspiel Deutschlands in einen Realfilm zu überführen. Gewürdigt wurden auch die gelungenen Dialoge und die schauspielerische Leistung der jungen Mädchen.

„Nachdem wir schon im vergangenen Jahr nominiert waren, ist es besonders schön, dass es diesmal geklappt hat“, sagte Bernd Zürcher, Vorsitzender des Vereins Kunstplatte, im Gespräch mit der Volksstimme. Damit hätten weder er noch die Projektbeteiligten gerechnet. Besonders angetan war er, wie der Filmworkshop auf der Bühne präsentiert wurde. „Nun bleibt zu hoffen, dass wir das Projekt fortsetzen können“, blickte auch er in die Zukunft.

Offene Kanäle initiierten Preis 1994

Bereits zum 23. Mal wurde der Jugendvideopreis Sachsen-Anhalt am vergangenen Sonntag verliehen. 350 begeisterte Zuschauer, 28 nominierte Filme und sechs glückliche Gewinner, so lautet kurzgefasst die Bilanz der Veranstalter. Der Jugendvideopreis ist ein landesweiter Kurzfilmwettbewerb, der 1994 von den Offenen Kanälen ins Leben gerufen wurde. Das Programm umfasste laut Jury alle Genres: fantasievolle Schülerproduktionen, spannende Spielfilme, anspruchsvolle Dokumentarfilme, Musikvideos mit selbstgemachter Musik, überraschende Experimentalfilme und aufwendige Animationen.