Stendal l Muss man verrückt sein, um bei „Mr. Pilks Irrenhaus“ mitzuspielen? Nicht zwangsläufig, aber eine Antenne für den Irrsinn des Lebens zu haben, kann nicht schaden. So sehen es jedenfalls Robert Grzywotz und Birgit Tyllack. Er inszeniert das Stück mit dem Spielclub der „Junggebliebenen Altmärker“, sie ist einer der 16 Laiendarsteller.

Und so wie das Leben nie gänzlich stringent und logisch verläuft, so ist auch das Bühnenstück vielmehr die Abfolge unterschiedlichster Szenen, absurder Ereignisse und Momente voller Fragezeichen. „Es sind so was wie Mini-Dramen, die sich da abspielen“, sagt Birgit Tyllack, „man bekommt einen Einblick in die menschliche Seele.“

Das Irrenhaus ist draußen

Und wie es darin aussieht, weiß wohl jeder selbst am besten. Darum sind die Werbepostkarten für das Stück ohne Motiv und stattdessen mit Spiegelfolie bezogen. „Schauen Sie da rein und Sie wissen, wer verrückt ist“, ermuntert Robert Grzywotz heiter zum Selbstversuch und komprimiert damit die Aussageabsicht des Stückes. „Das Irrenhaus ist ja nicht irgendwo oder ein abgegrenztes Gebäude, das Irrenhaus ist da draußen“, sagt er und zeigt vage aus dem Fenster.

Die Szenen, die der Theaterpädagoge gemeinsam mit Dramaturgin Cordula Jung bearbeitet hat, scheinen zwar lose aneinandergereiht, bekommen aber durch einen Kniff doch einen Zusammenhalt. Eingerahmt werden sie zudem von Prolog und Epilog, in denen die Ensemble-Mitglieder wie ein antiker griechischer Chor agieren. Und in denen sich der Autor Ken Campbell und seine Figur Mr. Pilk über den jeweils anderen auslassen.

Szenen wie aus der Drogerie

Die Art des Humors, den Campbell alias Mr. Pilk im Stück an den Tag legt, ist ganz nach Birgit Tyllacks Art. „Natürlich muss man sich drauf einstellen, aber das fällt mir sehr leicht.“ Die 54-Jährige ist zum ersten Mal bei den Junggebliebenen Altmärkern dabei. „Ich liebe Theater! Und dachte schon länger, irgendwie möchtest du als Laie auch mal was machen. Jetzt hab ich‘s einfach gewagt.“ Und hat seither viel Spaß an den Proben, dem Miteinander, dem Stück an sich. „Ich finde es interessant, diese zwei Ebenen zu haben: Man kann die Szenen einfach nur lustig und grotesk finden, man kann ihnen aber auch Philosophisches abgewinnen. Da steht man in der Drogerie an der Kasse, hört ein Gespräch mit und denkt sich: Das könnte aus dem Stück sein.“

Premiere am 3. März

Alltägliches in seiner ganzen Absurdität aufgreifen und hinterfragen, das war Grzywotz‘ Impuls, sich für diese Inszenierung zu entscheiden. Nicht zuletzt auch, weil das Stück „einfach sehr lustig und temporeich ist“, wie er findet. Und perfekt geeignet für ein vielköpfiges Laien-Ensemble: „Da bekommt jeder eine Rolle ab.“ Mancher auch zwei. Mal ganz abgesehen von der eventuellen Spaltung der inneren Persönlichkeit...

Premiere ist am Sonnabend, 3. März, um 19.30 Uhr. Weitere Aufführungen: am 6., 7., 10., 17. März, jeweils um 19.30 Uhr, und am 18. März um 18 Uhr. Restkarten für die Premiere sowie Karten für die weiteren Vorstellungen gibt es unter Tel. 03931/63 57 77, www.tda-stendal.de oder an der Theaterkasse.