Stendal l Wenn Stendal im Juli 2022 als erste Stadt Sachsen-Anhalts zum zweiten Mal Gastgeber eines Landesfestes ist, dann soll nicht nur das ausgiebig gefeiert werden. Im Mittelpunkt wird auch ein wichtiges Stendaler Jubiläum stehen: die urkundliche Ersterwähnung im Jahr 1022, vor 1000 Jahren also. Auf beides macht ein Logo aufmerksam, das Oberbürgermeister Klaus Schmotz (CDU) und Matthias Neumann vom Sachgebiet für Veranstaltungsmanagement und Tourismus gestern vorgestellt haben. In der Gestaltung nimmt es das Motiv von 2015 auf, als 850 Jahre Markt- und Stadtrecht in Stendal gefeiert worden waren.

„Wir laden alle Unternehmen, Vereine und Institutionen ein, schon jetzt mit dem Logo für 2022 zu werben“, sagte Matthias Neumann. Der Erste, der die Idee aufgegriffen hat, ist Norman Schönemann, der seit zwei Jahren seine Stendaler Privatbrauerei & Brennerei betreibt. Alle seine Produkte, vom Taubentanz-Bier bis zum Hochprozentigen, werden mit dem Werbelogo versehen. „Durch solche Kooperationen können wir die Verbraucher vor Ort sehr gut auf den Termin hinweisen“, freut sich Oberbürgermeister Klaus Schmotz.

Wettbewerb für Motto folgt

Auch wenn es mit der intensiven und detaillierten Vorbereitung erst im Jahr 2021 richtig losgeht, mussten schon jetzt einige Weichen gestellt werden. Zuerst vor allem der Termin, der nun gemeinsam mit der Staatskanzlei Sachsen-Anhalt gefunden worden ist: 1. bis 3. Juli 2022. Bisher gebe es an diesem Wochenende noch keine anderen Großveranstaltungen, so Klaus Schmotz, und auch die Sommerferien beginnen erst zwei Wochen später. Das Rolandfest wird in dem Jahr nicht stattfinden.

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In die Vorbereitung sollen die Stendaler einbezogen werden, kündigte der OB an. „Denn letztlich müssen wir alle die Last dieser Tage tragen“, so Schmotz. Vor allem aber soll das Landesfest „kein Verwaltungsding“ sein, sondern ein Fest von den Stendalern für sich und ihre Gäste. Stichwort Gäste: 1997, als in Stendal der zweite Sachsen-Anhalt-Tag gefeiert wurde, kamen zirka 250 000 Besucher. Eine Zahl, die nach Ansicht der Veranstalter auch 25 Jahre später erreicht werden könnte.

„Dabei kann Stendal von sehr guten Zuganbindungen profitieren“, ist sich Matthias Neumann sicher. Darum setzen die Gastgeber darauf, dass sich aus den Ballungszentren Berlin, Hannover oder Hamburg Besucher auf den Weg machen – zum Beispiel ehemalige Altmärker. „Die Hansestadt Stendal steht für Kunst, Kultur und anspruchsvolle Unterhaltung. Stendal ist sehr gut geeignet, die Vielfalt unserer Heimat darzustellen und tausende Besucher auch aus anderen Bundesländern anzulocken“, sagte Staats- und Kulturminister Rainer Robra (CDU). Nach den Erfahrungen der Vorjahre wird mit etwa 10 000 Mitwirkenden gerechnet, zu denen die Künstler auf der Bühne und die Akteure im Festumzug ebenso gehören wie die Hilfsdienste.

Zu den nächsten großen Schritten, die im kommenden Jahr in Richtung Sachsen-Anhalt-Tag gegangen werden sollen, gehören die Suche nach einem offiziellen Motto/Slogan und die Ausschreibung für einen Plakatwettbewerb. Wenn beides vorliegt, wird damit im letzten Jahr vor dem Fest die Werbetrommel gerührt.

Büchlein mit Kindergedichten

Angeschoben werden soll zudem ein Projekt der Stendaler Stadtbibliothek, dessen Idee Klaus Schmotz von einem Besuch in der polnischen Partnerstadt Puławy mitgebracht hat. So wie dort sollen Kinder und Jugendliche eingeladen werden, mit Fotos, Bildern, Geschichten und Gedichten ihre Heimatstadt zu beschreiben. Daraus könnte eine Broschüre oder ein kleines Buch werden, kündigte der Oberbürgermeister an und lud schon jetzt alle Stendaler ein, sich mit weiteren Ideen einzubringen.

Wer das vorläufige Logo nutzen möchte, kann sich per E-Mail an info@veranstaltungen-stendal.de wenden.