Campingboom

Lüderitz in der Altmark: Frühere Stellflächen hinterm Freibad sollen wieder nutzbar gemacht werden

Über die Idee, den seit Jahren ungenutzten Campingplatz am Lüderitzer Freibad in Lüderitz wieder zu beleben und über ein EU-gefördertes Projekt für Wohnmobile und Camper attraktiver zu machen, ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Bau- und Sozialausschuss in Tangerhütte stimmten sehr unterschiedlich ab. Vorgesehen ist das Aufstellen von Sanitärcontainer, Ladesäulen, Wohnmobilen und einer Automatenschranke.

Von Birgit Schulze
Einmal im Jahr war (vor der Coronapandemie) der Campingplatz in Lüderitz richtig gut besucht ? immer dann, wenn die Fahrzeugmesse nach dem Umzug durchs Dorf dort ausklang.
Einmal im Jahr war (vor der Coronapandemie) der Campingplatz in Lüderitz richtig gut besucht ? immer dann, wenn die Fahrzeugmesse nach dem Umzug durchs Dorf dort ausklang. Foto: Birgit Schulze

Lüderitz - Das Thema Campingplatz in Lüderitz ist nicht neu, mehrfach hatte es in den vergangenen Jahren Anläufe gegeben, den Platz wieder vernünftig nutzbar zu machen. Der neueste Vorschlag lautet, über eine EU-Förderung ein Projekt für insgesamt 60 000 Euro (davon 6000 Euro als Eigenanteil, die aus der Rücklage der Ortschaft fließen sollen) umzusetzen. Ein Sanitärcontainer, Ladesäulen für Wohnmobile und eine Automatenschranke sollen den Platz auch ohne Platzwart nutzbar machen. Wohnmobile, Wohnwagen und andere sollen so angelockt werden. Der Sozialausschuss lehnte das jetzt auch in der Wiederholung seiner Abstimmung ab.

Der Bauausschuss hatte zuvor allerdings mit sieben Ja- und einer Nein-Stimmme für das Projekt gestimmt. In der Diskussion zeigte sich, dass es sehr unterschiedliche Vorstellungen von dem gibt, was bisher dort vorhanden ist. „Mir ist nicht bekannt, dass dort jemals ein Campingplatz war“, sagte etwa Frank Dreihaupt (UWG Südliche Altmark).

Für Sven Wegener (Die Linke) zählte vor allem die Frage, ob es sich um einen Wohnmobilstellplatz ohne Betreuung oder um einen Campingplatz, der der Gewerbeordnung unterliegen würde, handeln soll. Auch die stellvertretende Bürgermeisterin der Einheitsgemeinde, Kathleen Altmann, sprach von vielen ungeklärten Dingen wie Folgekosten, welche Einnahmen zu erwarten sind oder wer den Platz betreiben soll. Ortsbürgermeisterin Edith Braun (WG Lüderitz) erinnerte daraufhin an die Zeit Anfang der 1990er Jahre, als im Rahmen eines Arbeitsbeschaffungsprojekts direkt neben dem Lüderitzer Freibad ein Campingplatz angelegt worden sei, der bis heute separate Parkbuchten sowie Strom- und Wasseranschluss vorweisen könne und komplett eingezäunt sei.

Platz am Freibad ideal für Wochenendbesucher

Schulklassen, Wohnwagen und Fahrradtouristen seien früher dort gewesen, die Betreuung vom Freibad aus mit erfolgt. Im Vorjahr hatte der SPD-Ortsverein mit Blick auf die Coronalage und einen beginnenden Wohnmobil-Boom versucht, den Platz mit wenig Aufwand als Wohnmobilstellplatz anzubieten.

Darauf verwies auch Ralf-Peter Bierstedt (SPD) und sagte: „Das ganze Volk wimmelt gerade im eigenen Land herum wie nie zuvor, aber nächstes Jahr ist der Boom vorbei.“ Er berichtet von Familien mit Kindern, die bei einem Besuch im Wildpark immer wieder auch danach fragten, wo sie ein Wochenende lang bleiben könnten.

Der Campingplatz am Freibad in Lüderitz wäre für solche Besucher ideal, schätzt er ein und sprach sich noch einmal dafür aus, diesen mit wenig Geld wieder nutzbar zu machen. Am kommenden Montag soll der Hauptausschuss und am Mittwoch der Stadtrat über das Projekt entscheiden.

Die Parkbuchten mit den niedrigen Hecken sind noch erkennbar, die gepflasterten Wege wuchern immer mehr zu.
Die Parkbuchten mit den niedrigen Hecken sind noch erkennbar, die gepflasterten Wege wuchern immer mehr zu.
Foto: E. Braun