„Tour de Altmark“

Menschen mit Sehbehinderung starten in Stendal und fahren per Tandem 150 Kilometer durch die Altmark

150 Kilometer legen die Teilnehmer der „Tour de Altmark“ des Blinden- und Sehbehindertenvereins zurück. Nach dem Start in Stendal ging es zunächst nach Mieste und danach in die Börde.

Von Antonius Wollmann 06.08.2021, 16:52
Die Teilnehmer der ?Tour de Altmark? sind vor dem Start in Stendal guter Dinge.
Die Teilnehmer der ?Tour de Altmark? sind vor dem Start in Stendal guter Dinge. Foto: Antonius Wollmann

Stendal - Kurz vor dem Start am Stendaler Hauptbahnhof am Freitag sind die 25 Teilnehmer der „Tour de Altmark“ auffallend gut drauf. Sie scherzen miteinander und freuen sich darauf, dass Wochenende zum größten Teil auf dem Rad beziehungsweise auf dem Tandem zu verbingen. Zum neunten Mal hat die Bezirksgruppe Nord des Blinden-und Sehbehindertenverbandes zu der Veranstaltung eingeladen.

Das Besondere dabei: Die Tandem-Besatzungen bestehen aus einem Piloten mit voller Sehkraft und einem Mitfahrer mit eingeschränkter Sehkraft. Aufs Zusammenspiel kommt es also an. Zwölf Tandems aus fünf Bundesländern nehmen in diesem Jahr teil.

Eine Strecke von 150 Kilometern haben sich die Frauen und Männer vorgenommen. Am Freitag geht es zunächst nach Mieste. Am Sonnabend dann am Mittellandkanal entlang in die Börde an den Barleber See. Am Sonntag geht es wieder zurück nach Stendal.

Bei der „Tour de Altmark“ steht nicht der Sieg im Vordergrund

„Wir fahren nicht ohne Stopp zu den Zielen, sondern wollen die Tour genießen und ein bisschen was erleben“, sagt Tandem-Pilot Matthias Lembke, der auch an der Organisation beteiligt war. Zum Beispiel steht ein Halt in der Gedenkstätte Isenschnibbe bei Gardelegen an. „Geschichte und Kultur der Altmark wollen wir auf jeden Fall mitnehmen“, sagt Matthias Lembke. Die Kulinarik dürfe ebenfalls nicht zu kurz kommen. Und in Richtung der Teilnehmer richtet er vor dem Start noch eine Bitte: Nicht zu schnell soll gefahren werden, sondern eher gemütlich. Es gehe nicht darum, als Erster ins Ziel zu kommen. „Wir wollen uns unterwegs ja auch mal unterhalten und austauschen“, sagt der Stendaler.

Vor allem solle die Gruppe nicht auseinander geraten. Damit das nicht passiert, werden einige Tour-Teilnehmer mit Funkgeräten ausgestattet. So ist die Kommunikation gewährleistet. Für den Fall einer Panne haben die Organisatoren vorgesorgt: Die Besatzung des Begleitfahrzeuges ist stets in nächster Nähe, um den Pechvögeln entsprechend schnell zu helfen.