Stendal l Das industrielle Schwellenland Aquilanien (für die Übung Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg umfassend), ist in der Krise. Alte ethnische Konflikte brechen aus, nachdem die Haupteinnahmequelle weggebrochen ist – Konflikte mit Bevölkerungsgruppen aus dem benachbarten Arendien (Sachsen und Thüringen) und mit Whashinistan (Niedersachsen und Schleswig-Holstein). Die Lage eskaliert so stark, dass deutsche Touristen wegen der sich verschlechternden Sicherheitslage evakuiert werden sollen. In der zweiten Woche wird es dann so dramatisch, dass die staatliche Ordnung in weiten Teilen des Landes nicht mehr existiert und die verbleibenden Deutschen (Konsul, Firmenangehörige) aus dem Land gebracht werden müssen.

Soweit das Szenarium der Bundeswehr-Übung „Schneller Adler“, die Anfang September stattfindet. Schauplätze sind unter anderem Rostock und Stendal. In Stendal geht die Übung vom 4. bis 6. September sowie am 10. und 11. September auf dem Borsteler Flugplatz und dessen Umgebung über die Bühne. Dafür suchen der T.I.M.E. Veranstaltungsservice mit Sitz in Stuttgart und die GS Vermittlungen aus dem oberbayerischen Schrobenhausen im Auftrag der Bundeswehr Statisten und Rollenspieler. Seit fast 20 Jahren vermitteln sie Personal an Bundeswehr und US-Army.

Erst Urlauber, dann Demonstranten

Die Mitwirkenden in Stendal spielen Urlauber und Firmenangehörige deutscher Konzerne, später Demonstranten. Gesucht werden Männer und Frauen ab 16 Jahren (gerade auch Jugendliche), die ganztags zur Verfügung stehen. Um möglichst realistisch das Szenario darstellen zu können, werden alle Altersschichten gesucht, speziell auch vier Rollstuhlfahrer. Im Zeitraum 1 (4. und 5. September) sollen 100 Rollenspieler zum Einsatz kommen. Am 4. September gibt es von 12.30 bis 17 Uhr eine Einweisung. Alle Einweisungen finden auf dem Truppenübungsplatz Klietz statt. Dort sammeln sich die Rollenspieler, dort besteht für Auswärtige die Möglichkeit zur kostenfreien Übernachtung. Die Übung am 5. September dauert von 7 bis 17 Uhr.

Für den Zeitraum 2 werden 100 weitere Rollenspieler (die noch nicht am Vortag dabei waren) benötigt. Sie werden am 5. September von 12.30 bis 17 Uhr eingewiesen. Die Übung ist dann am 6. September von 7 bis 17 Uhr. Einige Rollenspieler dieser beiden Übungen werden mit einer Militärmaschine real ausgeflogen. Das heißt: Wer mitmachen möchte, sollte keine Flugangst haben. Neben Personen, die Krankheiten oder Phobien wie Flugangst darstellen (siehe Infokasten), werden auch Rollenspieler gesucht, die als Drogen- oder Falschgeldschmuggler (zum Teil bewaffnet) agieren.

Führungszeugnis erforderlich

Im Zeitraum 3 gibt es am 10. September von 12.30 bis 17 Uhr die Einweisung, am 11. September von 7 bis 17 Uhr läuft die Übung, für die 60 Rollenspieler gesucht werden. Bei dieser Übung ändert sich die Perspektive. Die Akteure agieren dann als Demonstranten, als Bürger von Aquilanien oder als Angehörige einer Ethnie, die mit Befürwortung oder Ablehnung auf den Einsatz der deutschen Soldaten reagieren und demonstrieren. Hier sollen vor allem jüngere Leute und besonders Männer zum Einsatz kommen.

Wer kann als Statist mitmachen? Jeder, der fit und „wetterfest“ ist, denn die Übung findet im Freien statt. Jeder, der ein polizeiliches Führungszeugnis ohne Einträge hat.

„Wichtig ist, dass die Darsteller sich in die Rollen hineinversetzen können und dass sie glaubhaft spielen“, sagt Georg Schreckhaase von GS Vermittlungen. Aus Erfahrung weiß er, dass Statisten die Rollen realistischer spielen können als zum Beispiel die eigenen Kameraden der eingesetzten Soldaten. Dabei denkt er unter anderem ans Alter und nennt ein Beispiel: Wenn ein Bürgermeister oder ein Polizeichef auftreten soll, ein gestandener Mann in Führungsposition also, dann spiele ein 55-jähriger Zivilist den meist glaubhafter als ein 20-jähriger Soldat.

Die Einweisung wird pauschal mit 60 Euro vergütet, bei der Übung gibt es zehn Euro pro Stunde.

Bewerbungen: T.I.M.E. Veranstaltungsservice GmbH, Udo Kümmerle, Schneckenbergstraße 21, 70 469 Stuttgart, E-Mail: rollenspieler@profitess.de, Telefon 0711/256 00 11, oder GS Vermittlungen, Georg Schreckhaase, Telefon 08252/90 54 87, mobil 0171/756 94 05, E-Mail: georg.schreckhaase@t-online.de.