Stendal l Tierfreunde müssen nicht unbedingt Naturschützer sein. Zu dieser Feststellung kommt man, wenn man sich die illegale Müllkippe am Stadtrand von Stendal genauer betrachtet. Zwischen Müllsäcken, Bergen von Flaschen, Dosen, Papier und Bauschutt liegt ein Katzenbaum, der mit Sicherheit nicht von einem Samtpfötchen dorthin geschleppt wurde.

Der Schandfleck an der Gardelegener Straße in Richtung Bundesstraße 188 scheint sich als ein Plätzchen zum unerlaubten Abkippen von Müllabfällen jeglicher Art und ausgedientem Mobiliar bestens anzubieten. Gleich neben der Einfahrt zum ehemaligen Grenztruppenkasernengelände befindet sich ein alter Parkplatz, der von Wildwuchs umringt ist. Trotz der regen Bautätigkeit auf dem Gelände, wo derzeit eine Langzeitaufnahmeeinrichtung für Asylsuchende entsteht, haben Müllvandalen keine Scheu, ihren Unrat achtlos in die Natur zu kippen.

Im Rathaus ist Schandfleck bekannt

In der Stadtverwaltung Stendal ist die illegale Müllkippe bekannt. Da es sich jedoch um ein Privatgrundstück handelt „ist der jeweilige Eigentümer für die Entsorgung zuständig“, teilt die Pressestelle des Rathauses auf Volksstimme-Anfrage mit. In diesem konkreten Fall sei die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben mit ihrer Direktion in Magdeburg der Eigentümer. Dennoch hat die Stadtverwaltung reagiert. Der Außendienst habe die Mülllagerstelle registriert und an den Landkreis Stendal als zuständige Abfallbehörde weitergeleitet.

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Sie wird nun in Absprache mit dem Eigentümer die Entsorgung veranlassen. In der Regel zahlt die Allgemeinheit die Entsorgung, wenn sich der Sünder nicht feststellen lässt. Auf Staatskosten wird auf jeden Fall auf dem Kasernenvorplatz, der Eigentum des Bundes ist, aufgeräumt.

Und leider sei so etwas kein Einzelfall, weiß man im Rathaus der Hansestadt Stendal. „Es zeigt sich, dass bestimmte Stellen regelmäßig von manchen Menschen als illegale Müllkippe missbraucht werden“, so Pressesprecher Armin Fischbach. Derartige Vorfälle würden sich wiederholen, auch in anderen Bereichen der Stadt. Ein weiteres Beispiel für diese Unart lasse sich bei den alten Wohnblöcken in Stendal Süd beobachten.