Zum Beruf

Goldschmied ist die Berufsbezeichnung für einen Feinschmied, der Schmuck und Gegenstände aus Edelmetallen herstellt.

Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre. Dabei lernt man alle Kniffe kennen, angefangen bei der Herstellung von Schmuck aus Gold und Edelmetallen, über die Bearbeitung und Reparatur, bis hin zum Design und Entwurf neuer Schmuckstücke.

Anstellung finden Goldschmiede in Juwelierswerkstätten, in Schmuckdesignateliers oder in Industrieunternehmen der Hersteller. Quelle: Ausbildung.de

Stendal l Als Goldschmiedin kommt es für Iris Weißer darauf an, etwas Besonderes zu schaffen. Möglichst individuell sollen die Stücke sein, die sie in ihrem Atelier im Stendaler Ortsteil Uenglingen anfertigt. Meist sind es Auftragsarbeiten. Geschenke von einem Menschen für einen anderen. Ringe zum Beispiel, oder Ketten.

Auch Broschen und Armbänder hat sie im Repertoire. Geschichten werden da oft erzählt, wenn Iris Weißer am Edelmetall werkelt. Nicht selten Liebesgeschichten. Liegt wahrscheinlich daran, dass man Schmuck vor allem an all jene verschenkt, mit denen man auf besondere Weise verbunden ist.

Viel Detail in Goldschmiede-Arbeiten

„Viele meiner Arbeiten symbolisieren romantische Beziehungen“, erzählt die gebürtige Hamburgerin lebhaft. Blättert sie im Katalog, in dem ihre Arbeiten verzeichnet sind, kennt sie den Hintergrund der Arbeiten fast auswendig. Sie erinnert sich an die Entstehung, nennt sofort die Materialien. Turmalin hier, Rauchquarz da. Iris Weißer hat genau vor Augen, wie sie einmal ein Erinnerungsstück für eine Hochzeit gefertigt hat.

In ihrer Heimatstadt hat sie ihr Handwerk erlernt, später im hessischen Hanau auf der Fachschule für Schmuckgestaltung verfeinert. Vor fast genau 20 Jahren gründete sie ihr Kleingewerbe. Seitdem ist Iris Weißer im Landkreis Stendal vor allem mobil unterwegs. Bei „Garten und Ambiente“ ist sie Stammgast, genauso beim Stendaler Weihnachtsmarkt, auch bei der Messe „LebensArt“ in Döbbelin. Zusätzlich hat sie einen eigenen Online-Shop.

Keine Option für Goldschmiedin

Permanent ein Geschäft zu mieten, war aber keine Option für die Goldschmiedin. Auch wenn es sie schon gereizt hätte, langfristig mit einem Schaufenster in Stendal präsent zu sein. Und für ein paar Tage im Dezember setzte sie den Plan sogar in die Tat um.

Anlässlich des 20. Geburtstages ihres Gewerbes mietete sie sich in einem leer stehenden Geschäft in der Breiten Straße ein. Alles war eingerichtet, die Regale eingeräumt und die Preisschilder angebracht. „Es war geplant, einen Pop-up-Store, also einen temporären Laden, zu eröffnen. Dort wollte ich meine Sachen für einige Wochen verkaufen“, erklärt Iris Weißer den Hintergrund. Die Idee habe einer ihrer beiden Söhne gehabt.

Der Zeitpunkt in den Wochen vor dem Weihnachtsfest schien ein perfekter Zeitpunkt. Doch bevor es richtig losging, kam Corona dazwischen. Kaum hatte das temporäre Geschäft geöffnet, musste Iris Weißer schon wieder schließen.

Die Bestimmungen des Lockdowns ließen nichts anderes zu. „Das war natürlich sehr schade. Ich hätte gerne mehr Zeit gehabt, um meine Arbeiten zu präsentieren“, sagt die Künstlerin ein bisschen betrübt. Zu sehr wollte sie ihre Stimmung dennoch nicht darunter leiden lassen. Denn ihre Werkstatt hat sie ja trotzdem noch, um an ihrem Schmuck zu arbeiten. Und dabei die ein oder andere Geschichte zu erzählen.