Stendal l Es wurde eng in der Katharine. Rund 300 Gäste wollten den Neujahrsempfang miterleben – so viele wie noch nie. Landrat Carsten Wulfänger (CDU) freute sich über den Andrang, versprach den augenscheinlichen Wunsch nach Austausch auch fernab des Empfanges zu erfüllen. Er kündigte an, Bürgersprechstunden in den Einheits- und Verbandsgemeinden des Kreises durchzuführen. Den Auftakt gibt es am Dienstag, 13. Februar. Dann ist er in Seehausen zu Gast.

In seiner Festrede riss der Landrat weitere Vorhaben im neuen Jahr an, zog aber auch Bilanz. So sei der Beseitigung der Hochwasserschäden aus dem Jahr 2013 abgeschlossen. 20 Millionen Euro seien dabei in die Hand genommen, unter anderem 40 Kilometer Straße repariert und saniert worden. Nun gelte im Bereich Hochwasserschutz Augenmerk vorbeugenden Maßnahmen wie der Rückverlegung von Deichen. „Eine Aufgabe, die uns wohl Jahrzehnte beschäftigen wird“, machte Wulfänger klar.

Noch eine Mammutaufgabe

Eine weitere Mammutaufgabe ist die Digitalisierung der Altmark. 140 Millionen Euro werden investiert, um das Breitbandnetz auszubauen und rund 20 000 Anschlüsse vorzunehmen. Für den Bereich Bildung kündigte Wulfänger an, dass die Sanierung der Gymnasien in Osterburg und Tangermünde 2019 abgeschlossen werden soll, der Kreis in diesem Jahr Förderanträge für Baumaßnahmen am Hildebrandgymnasium Stendal, an der Wilhelm-Wundt-Schule Tangerhütte, an der Komarowschule Stendal und an der Geschwister-Scholl-Schule Goldbeck stellt.

Durchaus Kritik klang durch, als der Landrat erklärte, die A 14 werde „offensichtlich“ weitergebaut und angesichts unterschiedlicher Aussagen zu ihrer Fertigstellung forderte, Bund und Land sollten sich besser abstimmen.

An Kracher-Bigband orientieren

Auf die Entwicklung der Infrastruktur ging auch Stendals Oberbürgermeister Klaus Schmotz (CDU) ein, der in seiner Begrüßung von weiteren Bauarbeiten an Straßen und Schulen sprach. Das Interesse an der Altmark sei groß, schätzte er ein und verwies auf eine hohe Nachfrage an Bauplätzen in der Stadt.

Ein großer Bauplatz ist derzeit das Winckelmann-Museum, auf das Schmotz im Zusammenhang mit dem 250. Geburtstag Johann Joachim Winckelmanns im Vorjahr einging. „Wir sind noch nicht fertig mit Winckelmann“, sagte er launig mit Blick auf den 300. Todestag des großen Sohnes der Stadt in diesem Jahr. Der „ambitionierte Termin“ zur Fertigstellung des Museums im Mai sei vielleicht nicht zuhalten. Aber es klappe auf jeden Fall 2018 und „dauert nicht so lange wie mancher Flughafen“.

Insgesamt zeigten sich Landrat und Bürgermeister optimistisch für 2018. „Es wird ein Kracher“, befand Schmotz, wenn es sich an der Bigband der Musik- und Kunstschule Stendal orientiere. Das Ensemble um Benjamin Ulrich sorgte beim Empfang für Stimmung, so dass sich die rund 300 Besucher eine Zugabe erklatschten.