Stendal/Welle l „Ein Anfang ist gemacht.“ Es spricht Erleichterung und Zuversicht aus Brita von Götz-Mohr, wenn sie auf die Obstbaumalleen zwischen Dahlen, Dahrenstedt und Welle schaut. Denn seit März 2019 gibt es dort weniger Lücken, versuchen jetzt 40 neu gepflanzte Birnbäume, Wurzeln zu schlagen. Vielleicht hat ihr unterirdisches Geflecht schon biochemischen Kontakt zu den großen Vorbildern aufgenommen und signalisiert: Ihr seid wieder viele!

Der Erhalt der historischen Obstbaumalleen und damit auch der alten regionalen Obstsorten ist nicht Brita von Götz-Mohr aus Welle allein ein Herzensanliegen. Gemeinsam mit Ruth Schwarzer aus Kalbe/Milde und einigen Gleichgesinnten hat sie im vorigen Jahr den Verein „Kulturlandschaft Altmark“ ins Leben gerufen. Sie wollen Alleen erhalten oder neu anlegen, um das Bewusstsein für die Bäume nicht nur als landschaftsprägendes Element, sondern auch als Lebensraum und Nahrungsmittelquelle zu stärken. Außerdem möchten sie das Wissen um die Verwendungsmöglichkeiten des heimischen Obstes wachhalten und weitergeben.

Kontakt ins Alte Land

Dem Verein geht es bei seinen Bemühungen zuvorderst um die Birne – weshalb man ein wenig betrübt sei, dass bei der Neupflanzung zwischen Dahlen und Welle nicht die dort charakteristische „Köstliche von Charneux“ gewählt wurde, sondern verschiedene andere Sorten.

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30 Mitglieder hat „Kulturlandschaft Altmark“ inzwischen, zehn neue Anfragen liegen vor, berichtet Brita von Götz-Mohr. Und man macht sich anderswo bekannt und schlau: „Frau Schwarzer hat im Frühjahr eine sehr erfolgreiche Fahrt zum legendä­ren Apfelbauern Eckart Brandt im Alten Land organisiert.“ Wobei man im Übrigen erfahren habe, dass die dortigen Witterungsverhältnisse zu feucht und zu kühl und demnach nicht für Birnen geeignet sind.

Themenfahrten sollen in Zukunft zum festen Programm des Vereins gehören. Indes nimmt Mitglied Marcel Tange an einem zweijährigen hochkarätigen Obstbaumschnittkurs teil, „und schon gibt es hier erste Nachfragen an ihn“.

Birnentag am 22. September

Aber auch in der Altmark streckt man die Fühler aus: „Inzwischen haben wir Kontakt zur Obstalleen-Initiative in der Wische“, erzählt Brita von Götz-Mohr. „Ich habe dort auf Einladung des Vereins unser Vorhaben in Goldbeck in der Zuckerhalle vorgestellt. Umgekehrt haben wir den Wische-Verein zu uns auf den Birnentag zur Vorstellung eingeladen.“ Der wird am Sonntag, 22. September, in Welle stattfinden – mit dabei wieder eine Mosterei, regionale Produzenten, Künstler und Kunsthandwerker.