Börgitz l Kein Problem hat Andy Eggert damit, wenn sich mal ein Neugieriger hinter das Lenkrad seines W 50 klemmen möchte. Gern zeigt der Nahrstedter, was er in 18-monatiger Freizeitarbeit aus dem Lastwagen gemacht hat. „Ich freue mich, wenn sich andere an meinem W 50 freuen, und auch darüber, wenn meine Arbeit geschätzt wird.“

Der Wagen ist Baujahr 1984 und damit drei Jahre älter als Eggert. „Ich mag alte Fahrzeuge. Einen W 50 zu besitzen, war ein Kindheitstraum. Mein Vater hat so einen beim Kraftverkehr in Stendal gefahren“, erzählt der Luftfahrzeugmechaniker. Beim Simsontreffen in Börgitz zieht der W 50, den Eggert aufgearbeitet, aber auch mit Extras wie lederbezogenen Seitentüren ausgestattet hat, nicht wenige Besucher an. Doch auch die anderen knapp 200 Oldtimer, darunter um die 120 Mopeds, 50 Krafträder, 30 Autos sowie Traktoren, Feuerwehr und Multicar, finden ihre Interessenten.

Alt, aber zeitlos

So die Dnepr K 750 mit Beiwagen, mit der Bernd Büst aus Gohre gekommen ist. Nicht nur das russische Motorrad aus dem Jahr 1961 ist ein Blickfang. Büst und seine Frau Marion haben sich entsprechende Uniformen übergestreift – er die eines einfachen Soldaten, sie die eines Offiziers. „Da sollte klar sein, wer das Sagen hat“, merkt er lächelnd an. Das Paar nimmt gern an Oldtimertreffen teil. „Man lernt viele nette Leute kennen“, begründet Bernd Büst.

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Das mag auch Christoph Müller an diesen Treffen. Der Volgfelder ist mit seinem Trabant Kübel der Nationalen Volksarmee vorgefahren und hat Freunde mitgebracht. „So ein altes Fahrzeug macht zwar Arbeit, aber es ist zeitlos, und es macht Riesenspaß mit Kumpels darin umherzufahren“, sagt er.

Motorengedröhn erinnert an Hochzeitsreise

Spaß hat ebenso Andreas Steffens – an seiner MZ ETZ 250/A (A steht für Armee) und an Treffen wie in Börgitz. „Ich liebe das Motorengedröhn. Da kommen auch Erinnerungen auf“, sagt der Groß Schwechtener und gibt eine solche Erinnerung preis: „Die Hochzeitsreise habe ich mit meiner Frau mit einer 250er MZ gemacht, zum Zelten nach Bad Schandau.“

Christian Schmidt freut sich über die Resonanz des Treffens, für die der Teilnehmerrekord natürlich bester Beleg ist. Der Vorsitzende des Vereins „Halbklapp-Spaten“ hat es mit seinen Mitstreitern aus der Taufe gehoben, um „junge und alte Oldtimerfreunde zusammenzubringen“. Gemeinsam gehen sie auch auf eine gemütliche Ausfahrt, die über Staats, Vinzelberg und Volgfelde wieder nach Börgitz führt.