Stendal l Die Corona-Pandemie hat immer größere Auswirkungen auf den Schulbetrieb im Landkreis. Die schärfsten Konsequenzen hat bisher die Stendaler Komarow-Sekundarschule gezogen. Gestern stellte die Schulleitung auf den eingeschränkten Regelbetrieb um. Die Klassenstufen 7 bis 10 bleiben ab sofort zuhause und werden im sogenannten Distanzunterricht (siehe Infokasten) betreut, sagte Schulleiterin Christiane Bloch auf Nachfrage der Volksstimme. Zuvor waren zwei Klassen in Quarantäne geschickt worden, wie die Kreisverwaltung am Montagnachmittag mitgeteilt hatte.

„Die Entscheidung für den Distanzunterricht ist im Laufe des Montages gefallen“, erklärt Christiane Bloch. Dabei habe eine Rolle gespielt, dass sich auch zwölf Lehrer in die Isolation begeben mussten. Die Betreuung der Schüler hätte dadurch nicht mehr gewährleistet werden können. „Die Schüler, die ab sofort zuhause sind, werden online mit Aufgaben versorgt. Es ist sichergestellt, dass der Kontakt nicht abreißt“, so die Schulleiterin.

Aufgaben sind im Internet abrufbar

Von der Pandemie noch nicht ganz so stark betroffen ist die Stendaler Comenius-Sekundarschule. Nichtsdestotrotz befinden sich 19 Schüler einer 9. Klasse, drei Lehrer und eine Schulsozialarbeiterin in Quarantäne. Der Regelbetrieb laufe dennoch weiter, teilt Schulleiterin Jessika Hellge mit. Alle Schüler und Lehrer müssen eine Mund-Nase-Bedeckung auf den Fluren tragen. Die Quarantäne-Klasse wird im Distanzunterricht betreut. Über die Homepage der Schule haben die Jugendlichen Zugriff auf die Aufgaben. „Wir haben schon in der vergangenen Woche bei allen Schülern abgefragt, wie es um die digitale Ausstattung zuhause bestellt ist. Deshalb trifft uns das nicht unvorbereitet“ sagt die Schulleiterin. In der vergangenen Woche war eine Klasse der Tangerhütter Sekundarschule ebenfalls für zwei Wochen in Quarantäne geschickt worden.

Auch Jens Schößler, Koordinator des beruflichen Gymnasiums des Berufsbildungszentrum in Stendal bestätigt, dass zwei Klassen und mehrere Lehrkräfte in Quarantäne sind. Angaben, zu welchem Bereich die Betroffenen gehören, macht er nicht.

Der Regelbetrieb soll weiterhin aufrecht erhalten werden. Um dies zu gewährleisten, müssen die Schüler den Abstand einhalten. Ist das allerdings nicht möglich, greift die Maskenpflicht. Auch in den Gängen müssen alle eine Maske tragen. Nach 20 Minuten wird in den Räumen gelüftet. „Dann kann eine Pause gemacht werden, sodass die Schüler auf den Schulhof gehen können“, sagt Schößler. Dort dürfen die Lernenden die Maske absetzen. Weniger Auswirkungen hat das Coronavirus bisher auf die Grundschulen. Bis dato ist eine Klasse der Grundschule am Stadtsee in Stendal in Quarantäne. Die Helen-Keller-Förderschule ist genauso betroffen.

Sprachschule hält an Präsenzunterricht f

Die Entwicklug geht auch an der Erwachsenenbildung nicht spurlos vorbei. An der Inlingua Sprachschule in Stendal sei ein Teilnehmer eines Deutschkurses positiv auf das Coronavirus getestet worden, teilte die Schulleiterin, Mechthild Bleuel, mit. Der gesamte Kurs sowie zwei Lehrkräfte befinden sich daher in Quarantäne, weil sie sich mehr als 30 Minuten mit der infizierten Personen in einem Raum aufgehalten haben. Getestet wurden die Betroffenen aber nicht, weil keiner Symptome zeigte.

Die Schulleiterin möchte so lang wie möglich am Hygienekonzept für den Präzensunterricht festhalten. Diese Maßnahmen gelten seit der Wiedereröffnung im Mai. Die Kurse beginnen zeitlich versetzt. In kleineren Räumen befinden sich mit ausreichendem Abstand zwei bis zehn Personen. Im größeren Raum dürfen sich zu 20 Personen gleichzeitig aufhalten. Die Maske darf am Platz abgenommen werden. Desinfektionsmittel sei nicht erst seit der Pandemie fester Bestandteil der Sprachschule.

Die Kurse online stattfinden zu lassen, stelle beispielsweise die Teilnehmer der Deutsch-Kurse vor Herausforderungen, erklärt Mechthild Bleuel weiter. Einige haben zu Hause keinen Internetanschluss und das Smartphone eigne sich nicht als Hilfsmittel. „Voraussetzung ist ein Gerät, das mindestens zehn Zoll groß ist. Viele Teilnehmer haben das nicht.“ Die Sprachschule kann zudem nur eine begrenzte Anzahl an Geräten verleihen.

„Das Erlernen einer Sprache lebt von Gestik, Mimik und wirklichem Kontakt. Also bleiben wir solange geöffnet, wie wir es dürfen“, sagt Bleuel.