Unfalluhr

2018 ereigneten sich im Bereich des Polizeireviers Stendal täglich durchschnittlich rund zehn Unfälle

Alle 2 Stunden und 32 Minuten wurde ein Fahrzeug beschädigt

Alle 16 Stunden und 48 Minuten wurde ein Verkehrsteilnehmer verletzt

Jeden 36. Tag verunglückte ein Mensch im Straßenverkehr tödlich

Stendal l Unfälle mit Wild bleiben die Ursache Nummer eins im Verkehrsunfallgeschehen im Landkreis Stendal. Das ist eine Erkenntnis aus der Statistik 2018 des Polizeireviers Stendal, die am Freitag vorgestellt wurde. Von insgesamt 3807 Verkehrsunfällen geschahen 1407 mit Wild. Das machte mehr als ein Drittel der Gesamtunfälle aus und bedeutete eine Steigerung um 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch die Gesamtunfallzahl ist, entgegen dem Landestrend, gestiegen: 2017 waren es 62 weniger.

Aber Revierleiter Carsten Töpfer konnte der von Jana Buch vorgestellten Statistik auch Positives abgewinnen. So sind die Unfallursachen Geschwindigkeit, Abstand und Alkohol zurückgegangen – drei Bereiche, in denen die Polizei in ihrer Präventions- und Kontrollarbeit sehr engagiert ist. Die Gesamtanzahl der Unfälle liegt außerdem weiterhin im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre.

Zu hohes Tempo sorgt für meiste Verletzte

Die Verkehrsunfälle mit Personenschaden sowie die Anzahl der Verletzten sind nahezu gleichgeblieben. Bei 369 Kollisionen gab es Personenschaden, drei mehr als im Jahr zuvor. Leichtverletzt wurden 383 Personen (375), schwerverletzt 99 (98). Insgesamt gab es im vergangenen Jahr zehn Verkehrstote. Vier davon, also 40 Prozent, waren Kradfahrer. Auf der anderen Seite liegt der Anteil der Kräder am Gesamtunfallgeschehen lediglich bei 0,89 Prozent. „Diese Zahlen lassen aufhorchen“, meinte Polizeisprecher Marco Neiß. Es müsse das Gefühl bewusst gemacht werden, dass der Straßenverkehr eine gefährliche Situation ist. Zudem sind von 34 Unfällen mit Krafträdern 22 von den Kradfahrern verursacht worden.

Zwar sind die Wildunfälle in der Gesamtzahl führend, beim Anteil an den Unfällen mit Personenschaden sind sie mit 0,78 Prozent aber verschwindend gering. Am anderen Ende der Statistik liegen die Unfälle, bei denen nichtangepasste Geschwindigkeit die Ursache war. Sie nehmen an der Gesamtzahl nur 2,6 Prozent ein, bei den Unfällen mit Personenschaden aber 46,5 Prozent. Ähnlich sieht es bei den Unfällen mit Alkohol aus – 1,3 Prozent am Gesamtaufkommen, 37,5 Prozent der Unfälle, bei denen Menschen zu Schaden kamen.

Präventionsarbeit für Senioren

Die meisten Unfallverursacher gehörten mit 232 der Altersgruppe 55 bis 59 Jahre an. Hinter ihnen liegen die Senioren, die älter als 75 Jahre sind (22!). Die Anzahl der Verkehrsunfälle, an denen Senioren ab 65 Jahre beteiligt waren, ist um 54 auf 742 Unfälle gestiegen. Das entspricht rund einem Fünftel am Gesamtunfallgeschehen.

Senioren sind auch im Fokus der Präventionsarbeit, wie Regionalbereichsbeamtin Janet Doll erklärte. Es gebe auch ein neues Projekt, dass an die älteren Verkehrsteilnehmer gerichtet ist. Näheres sollte allerdings noch nicht verraten werden. Neben Seniorenkursen wurden im vergangenen Jahr 369 Veranstaltungen und Schulungen in Kindertagesstätten, Vor-, Grund- und Sekundarschulen sowie Gymnasien und Berufsbildenden Schulen angeboten. Sie wurden von genau 6369 Teilnehmern besucht.

Akustische Wildwarner

Auch zum Thema Wildunfälle gibt es ein neues Projekt. Unter Federführung des Verkehrsministeriums und mit Beteiligung des Innenministeriums werden an vier unfallträchtigen Pilotstrecken in Sachsen-Anhalt akustische Wildwarner aufgestellt. Im Kreis Stendal sind im November vergangenen Jahres auf der B 107 zwischen Neuermark und Lübars 54 Wildwarngeräte auf 1,35 Kilometern Streckenlänge aufgestellt worden. Dabei handelt es sich allerdings um keinen Wildunfallschwerpunkt. „Den haben wir in unserem Bereich nicht ausgemacht“, sagte Jana Buch. Schwerpunktzeiten für Wildunfälle gibt es hingegen schon: August und November, in der Zeit von 4 bis 8 und 17 bis 23 Uhr.