Vorweihnachtliche Begegnung auf dem Hofgut

Premiere: Pizzastangen aus dem Backhaus

Von Doreen Schulze

Zum Tag der vorweihnachtlichen Begegnung hießen Mitarbeiter und Bewohner der Lebenshilfe auf dem Hofgut Uchtspringe die Gäste willkommen. Bei Punsch, Weihnachtsliedern und dem ersten Kontakt mit dem Rauschebart stimmten sich die Besucher auf die Adventszeit ein.

Uchtspringe. Auf dem Hofgut Uchtspringe streckte am Sonnabend ein mit Lichtern und Kugeln verzierter Weihnachtsbaum seinen Wipfel in den Himmel empor. Unter seinen dichten Zweigen kreiste mit leisem, ratterndem Geräusch eine Kindereisenbahn. Mädchen und Jungen blieben stehen und sahen sich das Schauspiel an. Es erinnerte an die Szenerie an Heilig-abend daheim unter dem Tannenbaum.

Backtag auf Hofgut einmal im Monat

Bei der Lebenshilfe in Uchtspringe fand am Sonnabend eine vorweihnachtliche Begegnung mit integriertem Tag der offenen Tür statt. Im Kaminzimmer im Wohnheim duftete es nach Punsch und Bratäpfeln. Die Gäste ließen es sich schmecken. Über das Gut stapfte der Weihnachtsmann. Traf er ein Kind, sagte es ihm ein Gedicht auf und erhielt dafür Süßes. Auch das Stockbrotzubereiten der kleinen Gäste am Feuer gehört seit Jahren zu den Traditionen der vorweihnachtlichen Begegnung.

Neu war in diesem Jahr das Backhaus auf dem Hof. In der Woche vor dem Hofgutfest wurde das Fundament für das Bauwerk ausgehoben. Pünktlich zur Vorweihnacht war das Backhaus fertig. Andreas Schulz, Gruppenleiter bei der Lebenshilfe, stand für die Premiere am Sonnabend bereit. Als gelernter Bäckermeister schob er die Pizzastangen in den Ofen.

Künftig soll es regelmäßig Brot oder Kuchen aus dem Backofen geben. "Angedacht ist, dass es einmal im Monat einen festen Sonntag gibt, an dem Backtag ist", so Schulz. Dann sind Gäste willkommen, die die Teigwaren erwerben können. Wie Schulz weiter mitteilt, gibt es bereits Anfragen aus dem Ort, ob der Ofen zum Backen genutzt werden kann. "So möchte jemand hier einen Stollen backen", erklärte der Gruppenleiter . Unter dem überdachten Vorbau des Backhauses ließen sich die Besucher Pizzastangen und Glühwein schmecken.

Großer Erfolg kam auch in diesem Jahr wieder der Märchenaufführung der Möringer Frauensportgruppe zuteil. Dieses Mal haben sie ganz tief im Märchenbuch der Gebrüder Grimm geblättert und ein Märchen gefunden, das weniger bekannt ist: "Der Kraut-esel". Die Darstellerinnen erzählten die Geschichte eines Jägers, der zu Zaubergegenständen kam, die ihm Geld verschafften. Habgierige Mitmenschen täuschten ihm Freundlichkeit vor und nahmen ihm seine Zaubermittel ab. Mit Hilfe eines Krauts, das denjenigen, der es verzehrt, in einen Esel verwandelt, konnte der Jäger sein Eigentum zurückerlangen und gewann eine Braut dazu.

Altdeutsches Märchen im modernen Gewand

Wer die Stücke der Frauensportgruppe kennt, weiß, dass sie mit einem Augenzwinkern Modernes in ihre Stücke einbauen. So schmunzelten die Erwachsenen, als die raffgierige Alte erzählte, sie brauche die Wunderdinge des Jägers, um ihre Schönheits-OP und neue Klamotten finanzieren zu können. Mit viel Applaus wurden die Darstellerinnen belohnt.

Applaus gab es auch für die Werkstattspatzen von der Lebenshilfe Tangerhütte. Mit ihren Liedern stimmten sie die Besucher auf die Vorweihnachtszeit ein. Ebenso taten es die Kinder und Jugendlichen der Musikschule Fröhlich.