Stendal l Sie sind nicht in die Jahre gekommen, sondern einfach nur stark verdreckt. Die Rede ist von Sammelbehältern für Altglas, die wegen der Verschmutzung zurzeit mit einer mobilen Waschanlage gesäubert werden. Insgesamt sind es 1200 Container für Weiß-, Grün- und Braunglas, die im Landkreis Stendal auf eigens eingerichteten Flächen stehen und nun an Ort und Stelle gesäubert werden.

Verantwortlich dafür ist die MoWa GmbH mit Sitz in Overath, eine Stadt im Rheinisch-Bergischen Kreis im Süden von Nordrhein-Westfalen. Das Unternehmen bietet seit 20 Jahren die industrielle, mobile Reinigung von Abfallbehältern und -gefäßen an und wurde von der Firma Alba, ein Dienstleister der Abfallgesellschaft des Landkreises Stendal (ALS), mit der Reinigung der Altglascontainer in der östlichen Altmark beauftragt. Wie lange?

Welche Container nicht gereinigt werden

„Das ist bei unserem großen Flächenkreis so schnell nicht erledigt“, sagt Ralph-Peter Gabriel. Er ist für die Disposition bei Alba in Demker zuständig und weiß, dass sich insgesamt 383 Container-Standplätze zwischen Seehausen im Norden, Tangerhütte im Süden, Havelberg im Osten und Bismark im Westen befinden. Bei den Standplätzen, ergänzt Gabriel, seien auch die Unterflurbehälter für Altglas inbegriffen. Diese unterirdischen Behälter befinden sich in Havelberg, Klietz und Fischbeck und stehen nicht auf dem Tourenplan für die mobile Reinigung.

Seit Freitag, 17. Juli, ist das Spezialfahrzeug im Landkreis Stendal unterwegs, um die Container von außen zu säubern. Übrigens, egal ob diese leer oder bis zum Rand mit Flaschen und Gläsern gefüllt sind.

Reiningungsverfahren ähnelt Autowaschanlage

Ein Kran am Fahrzeug mit einer Auslegung von zehn Meter und Hebelast von einer Tonne hievt den Behälter auf eine rotierende Scheibe auf der Ladefläche. Die Reinigung erfolgt mit einer Bürstenhochdruck-Kombination und ähnelt sehr einer Autowaschanlage. Nur kleiner und schneller. Ein Säuberungszyklus dauert etwa fünf Minuten.

Vorhanden auf dem Fahrzeug sind zwei 2000-Liter-Tanks, einer für Frisch- und einer für Brauchwasser. Gefüllt wird über einen C-Anschluss; die Wassermenge genügt, um 40 bis 80 Behälter pro Tag zu reinigen. „Die Zahl hängt sehr vom Grad der Verschmutzung ab“, so MoWa-Mitarbeiterin Doreen Nietzold auf Nachfrage.

Im Landkreis Stendal sind viele Container so sehr verschmutzt, dass sie gar nicht erst auf die Waschplattform gehoben werden. So wie beispielsweise am Mittwoch in Dewitz. Der Mitarbeiter muss vom Boden aus mit einer Hochdruckspritze Hand anlegen, um die Verkrustungen zu entfernen. „Es dauert so länger, bis alles blitzblank ist“, sagt Konstantin. Der Mann griechischer Herkunft fügt hinzu, dass er laut Auftrag mit dem Spezialfahrzeug im Landkreis Stendal noch bis Ende August unterwegs sein wird.

Zur Reinigung, die laut Alba-Unternehmenssprecher Henning Krumrey rund 20.000 Euro kostet, gehört auch, dass die Einwurfzeiten per Aufkleber aktualisiert werden. Jeden Morgen gibt Disponent Gabriel dem MoWa-Fahrer die neuen Aufkleber mit auf die Tour.