Rettungsdienst

Reanimationshilfe macht Stendaler Rettungswagen zu Intensivstationen auf vier Rädern

Fünf Rettungswagen im Landkreis Stendal sind seit Kurzem mit einer Reanimationshilfe bestückt. Davon profitieren Sanitäter und Patienten gleichermaßen.

Von Antonius Wollmann
Silvana Vollbeding, Alexander Schröder, Kai-Stephan Friedrichs und Nick Wilke (von links) testen das neue Gerät.
Silvana Vollbeding, Alexander Schröder, Kai-Stephan Friedrichs und Nick Wilke (von links) testen das neue Gerät. Foto: Antonius Wollmann

Stendal - Nick Wilke hat als Rettungssanitäter schon fast alles erlebt. Patienten im Rettungswagen auf dem Weg ins Krankenhaus mit der Herzdruckmassage am Leben zu erhalten, gehörte dazu. Bei Vollgas und im Stehen wohlgemerkt. Natürlich alles andere als ein Vergnügen und hochgradig gefährlich noch dazu. Nur bleibt halt manchmal keine andere Wahl, wenn man ein Menschenleben retten muss.

Diese verantwortungsvolle Aufgabe wird den Rettungssanitätern seit einigen Wochen erleichtert. Der Rettungsdienst verfügt seit Kurzem über fünf mechanische Reanimationshilfen. „Die Geräte unterstützten die Mitarbeiter bei Wiederbelebungen, indem eine Herzdruckmassage in schwierigen Einsatzsituationen ermöglicht wird“, erklärt Kai-Stephan Friedrichs, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes.

Reanimationshilfe in wenigen Sekunden bereit

Zu Demonstrationszwecken baut Nick Wilke die Reanimationshilfe auf, um sie an einer Puppe vorzuführen. In wenigen Sekunden ist sie einsatzbereit. Gleichmäßig wird der Brustkorb des Dummys nach nach unten gedrückt. Mehrmals ist sie bereits in der Praxis zum Einsatz gekommen. Bis dato seien die Erfahrungen positiv, sagt der Ärztliche Leiter: „Sie hat sich auf jeden Fall bewährt.“ Von der Praxistauglichkeit einmal abgesehen, sind aus Friedrichs Sicht mit der Anschaffung viele Vorteile verbunden.

Die Geräte sorgten für eine Verbesserung der Arbeitssicherheit, aber auch in Hinblick auf die Patientenversorgung würden sie viele positive Auswirkungen erzielen. Dies vor allem vor dem Hintergrund der ansteigenden Zahlen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und der weiten Anfahrtswege zu Krankenhäusern in der Altmark. Bei einer Akku-Laufzeit von 180 Minuten seien die langen Distanzen in dieser Hinsicht gut überbrückbar. „Dadurch wird der Rettungswagen fast zur Intensivstation“, sagt Kai-Stephan Friedrichs.