Winckelmannplatz und Birkenhagen gestern freigegegben / Kreuzung Wüste Worth noch gesperrt

Runde Million für die Stadtmitte

Von Thomas Pusch

Um kurz nach 10.30 Uhr wurde gestern der neugestaltete Winckelmannplatz freigegeben. In mehreren Abschnitten wurde seit 2010 an ihm gearbeitet. Wieder befahrbar ist der ausgebaute Birkenhagen. Die Gesamtsumme beträgt rund 920000 Euro.

Stendal l "Der Kern der Stadt ist uns lieb und teuer", sagte Oberbürgermeister Klaus Schmotz (CDU). Nach monatelangen Bauarbeiten wurden gestern zwei markante Orte im Stadtzentrum freigegeben: der Birkenhagen und der Winckelmannplatz. Die Baukosten betragen zusammen rund 920000 Euro.

Anwohner und Mädchen durchschneiden Band

Eine Kindergruppe aus dem Färberhof sorgte für Musik, die Volksbank mit Luftballons für bunte Tupfer im Birkenhagen, wo die erste Eröffnungszeremonie stattfand. "Ich lebe hier schon seit 71 Jahren, bin in dem Haus Wüste Worth 19 geboren worden", erzählte Roderich Gebhardt, der zusammen mit dem Oberbürgermeister und der sechsjährigen Jette das Band durchschnitt.

Insgesamt wurden 511000Euro für die 130 Meter lange Strecke ausgegeben. "Da fragt man sich immer, was auf so einem kurzen Stück so viel Geld kostet", meinte Schmotz. Am teuersten sei bei solchen Projekten immer das, was man nicht sieht. So wurden im Birkenhagen der Regenkanal, der Schmutzwasserkanal, die Trinkwasserleitung sowie Schächte erneuert. An der Oberfläche wiederum wurde die Straße ausgebaut, inklusive Gehweg, Zufahrten und Straßenbeleuchtung. Gesperrt bleiben muss allerdings noch für ein paar Wochen die Kreuzung zur Wüste Worth, bis das Material zwischen den Pflastersteinen ausgehärtet ist.

Die Umgestaltung des Winckelmannplatzes begann bereits vor drei Jahren. Das Architektenbüro von Andreas Möhlmann hatte 2003 den städtischen Gestaltungswettbewerb gewonnen. Schritt für Schritt soll das Konzept entsprechend den finanziellen Möglichkeiten umgesetzt werden.

Tastmodell für Sehbehinderte

Seit August wurde ebenfalls der erste Abschnitt der Priesterstraße grundhaft ausgebaut. Auch dort wurde der Regenwasserkanal erneuert. Am Winckelmannplatz selbst wurden Bänke, Papierkörbe und Fahrradständer aufgestellt. Der Diagonalweg wurde saniert und ein neuer Weg führt nun zum Winckelmann-Denkmal. Im kommenden Jahr werden noch zwei Linden, eine Eiche und eine Blutbuche gepflanzt. Der Rotary-Club stiftet ein Tastmodell, das Sehbehinderten die Orientierung in der Altstadt ermöglichen soll. Noch nicht geklärt ist, wann der Johannesbrunnen aufgestellt werden kann. Die Halterung gibt es aber bereits.