Stendal l Als im Juli die ersten Details des sogenannten Schienenpaktes des Bundesverkehrsministeriums an die Öffentlichkeit drangen, sorgte dies im Stendaler Rathaus für Aufregung. Im Zuge des Großprojektes zur Stärkung des Bahnverkehrs in Deutschland machte sich die Sorge breit, dass die Stadt mittelfristig vom Fernverkehr abgeschnitten werden könnte.

Oberbürgermeister Klaus Schmotz (CDU) hatte sich daraufhin mit einem Beschwerdeschreiben an die Deutsche Bahn, das Bundesverkehrsministerium und die Landesregierung gewandt. Die Anfragen sind mittlerweile beantwortet. Die Ergebnisse stellte der Oberbürgermeister am vergangenen Montag während der Sitzung des Stendaler Stadtrates vor.

Schlimmste Befürchtungen bewahrten sich nicht

Die Quintessenz der Antwort des Bundesverkehrsministeriums: Die Veränderungen fallen aller Voraussicht nach nicht so gravierend aus, wie ursprünglich befürchtet. Die Befürchtungen, vom Fernverkehr abgehängt zu werden, scheinen unbegründet. Eine prägende Verbindung wird allerdings gestrichen. Die Gerüchte, wonach der Intercity, der täglich zwischen Berlin und Amsterdam verkehrt, ab dem Jahre 2023 nicht mehr in der Altmark halten wird, haben sich nämlich bestätigt. Der Halt fällt dem Wunsch der niederländischen Bahn zum Opfer, die Fahrzeit auf der Strecke um mindestens eine halbe Stunde zu verringern, teilt Stadtsprecher Armin Fischbach auf Anfrage der Volksstimme mit.

Anbindung nach Frankfurt (Main) kommt

Genutzt wird diese Verbindung in großer Zahl von Stendalern, die täglich zur Arbeit nach Wolfsburg oder nach Berlin fahren. Jene müssen sich allerdings keine Sorgen machen. Einerseits entfällt die Schnellzug-Verbindung von Berlin in die niedersächsische Landeshauptstadt nicht komplett, andererseits wird es Ersatz geben.

Die Hansestadt wird an die ICE-Verbindung Berlin-Frankfurt (Main) angebunden. Diese Züge werden in Zukunft im Zwei-Stunden-Takt in Stendal halten. Aus Sicht der Stadtverwaltung eine akzeptable Lösung. „Wir können damit zufrieden sein. Wir denken nicht, dass der Stadt durch die Änderungen große Nachteile entstehen“, so Armin Fischbach. Einen Nachsatz kann er sich aber nicht verkneifen: „Wir hoffen natürlich, dass diesen Worten auch Taten folgen.“

Worauf das Rathaus übrigens großen Wert legt: Den Schienenpakt unterstütze man grundsätzlich schon. Die Änderungen dürften nur nicht auf Kosten der Hansestadt Stendal gehen.