Wahrburg l Landwirte haben den Weg am Wahrburger Ortsrand genutzt, um zu ihren Feldern zu kommen, Radfahrer und Spaziergänger für Freizeittouren. Doch mittlerweile seit Monaten gibt es dort keinen Verkehr mehr – weil der Bahnübergang gesperrt ist. Wer Wahrburg über die sogenannte Weiße Brücke in Richtung Tornau verlässt, konnte direkt ausgangs der Brücke nach rechts auf einen landwirtschaftlichen Weg abbiegen, musste dabei einen Bahnübergang passieren. Das geht nun nicht mehr, denn massive Betonteile versperren von beiden Seiten auf der gesamten Fahrbahnbreite die Durchfahrt.

Schranke schließt zu lang

„Das ärgert uns schon seit einiger Zeit“, sagte Ortsbürgermeisterin Carola Radtke und kündigte an, dass der Ortschaftsrat eventuell eine Petition an die Deutsche Bahn verfassen wird, um auf eine schnelle Lösung zu drängen. Denn bereits seit März ist der Bahnübergang gesperrt, was gerade in den jetzt beginnenden Erntemonaten unter anderem für die Landwirte zum Problem wird.

Aber was ist das Problem? Der Bahnübergang sei nach Hinweisen des Eisenbahn-Bundesamtes geschlossen worden, sagte Bahnsprecher Jörg Bönisch auf Nachfrage. Mitarbeitern des Amtes war die Überschreitung der Schließzeiten bei der Halbschrankenanlage, ohne dass ein Zug auf dem Übergang war, aufgefallen. Der Bereich war zuerst mit Posten gesichert worden, dann hatte sich die Bahn für die vorerst dauerhafte Sperrung mit Betonelementen entschieden. Die Hansestadt Stendal sei darüber am 14. März in Kenntnis gesetzt worden, sagte Jörg Bönisch.

Keine kurzfristige Lösung

Eine kurzfristige Lösung ist nicht in Sicht. Der Bahnsprecher: „Im Rahmen der Untersuchungen wurde festgestellt, dass eine Beseitigung der Mängel aufwendige und genehmigungspflichtige technische Anpassungen der Bahnübergangsanlage und im elektronischen Stellwerk erfordert, die nicht kurzfristig zu realisieren sind.“ Darum hatte die Bahn zur Gewährleistung der Sicherheit die straßenseitige Sperrung des Bahnübergangs beantragt.

Ein großes Problem sieht Jörg Bönisch darin nicht. Denn weil hinter dem Übergang Feldwege liegen, sei der Straßenverkehr „gering“. Und die „landwirtschaftlichen Flächen sind anderweitig zugänglich.“

Derzeit laufen Prüfungen, ob beziehungsweise unter welchen Umständen eine Öffnung des Bahnübergangs möglich ist, so Bönisch.