Stendal l Als das Projekt „Engagierte Stadt“ in Stendal startete, begegneten ihm einige bereits ehrenamtlich Tätige mit einer gewissen Skepsis, wie Vize-Oberbürgermeister Axel Kleefeldt (CDU) bei der Pressekonferenz zum dreijährigen Bestehen des Projektes am Donnerstag in der Kleinen Markthalle zugibt. Nehmen die uns etwas weg? Machen die uns vielleicht sogar überflüssig? Es ging also auch darum, Bedenken zu zerstreuen.

Mittlerweile muss niemand mehr Verlustängste haben, die „Engagierte Stadt“ reiht sich stattdessen nahtlos ein in das breite Angebot ehrenamtlicher Angebote. „40 bis 50 Personen nutzen unsere Angebote regelmäßig“, sagt Marion Zosel-Mohr, die das vom Bund geförderte Programm sozusagen nach Stendal geholt hat.

"Engagierte Stadt" in Stendal lebt von Ideen

Wobei bei der „Engagierten Stadt“ im engeren Sinne eigentlich gar nichts angeboten wird. Stattdessen lebt das Projekt von Ideen der Bürger. Wer Lust hat, etwas zu initiieren, sei jederzeit willkommen, sagt Marion Zosel-Mohr. Die Aktion „Küche für alle“, die im Juli startet, stehe sinnbildlich dafür. Die Strukturen seien bewusst offen gehalten, anders als beispielsweise in Vereinen Das langfristige Ziel dabei: Das Leben in Stendal ein Stück weit schöner und lebendiger zu machen.

Ein Baustein dabei ist, den regelmäßigen Kontakt zu Verwaltung, Unternehmen und Politik zu pflegen. In ständigem Austausch sei man zum Beispiel mit der Stendaler Wohnungsbaugesellschaft (SWG). Deren Geschäftsführer Daniel Jircik war von Beginn von der Idee begeistert. „Eine Stadt entwickelt mittlerweile nicht mehr nur auf Grund von niedrigen Mieten und einem soliden wirtschaftlichen Umfeld Attraktivität. Lebenswert wird sie darüber hinaus, wenn in der Freizeit etwas geboten wird.“

Dazu trage das Projekt „Engagierte Stadt“ ohne Zweifel viel bei. Die nächsten Vorhaben sind auch schon in Planung. Bis zum Sachsen-Anhalt-Tag 2022 soll nämlich ein Gemeinschaftsgarten entstehen. Erste Gespräche sind bereits geführt worden.